Photovoltaik Zubau im ersten Halbjahr 2014: 45 Prozent weniger als 2013

Der Markt für Photovoltaikanlagen ist in Deutschland massiv eingebrochen. Im ersten Halbjahr 2014 gingen neue Anlagen mit einer Gesamtleistung von nur ziemlich genau einem Gigawatt ans Netz. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Rückgang von 45 Prozent. Am wenigsten betroffen von diesem Einbruch sind Kleinanlagen mit einer Leistung von weniger als zehn Kilowatt. Diese konnten ihren Marktanteil steigern. Im Umkehrschluss bedeutet dies natürlich, dass der Einbruch bei den größeren Anlagen noch deutlicher ausfiel.

Noch stärkerer Einbruch befürchtet

Seit dem 01. August ist das neue EEG in Kraft. Das Tempo der Degression der Einspeisevergütung sinkt damit spürbar. Die monatliche Basisdegression sinkt von einem Prozent auf 0,5 Prozent. Die tatsächliche Degression wird vermutlich sogar noch darunter liegen, weil 2014 der Zubaukorridor vermutlich nicht erreicht werden wird, der nach dem neuen EEG zwischen 2,4 und 2,6 Gigawatt liegt. Dennoch wird im Marktsegment jenseits der zehn Kilowatt ein weiterer Einbruch prognostiziert. Der Eigenverbrauch größerer Anlagen, die nach dem 01. August in Betrieb gehen, wird teilweise mit der EEG-Umlage belastet. Vieles deutet darauf hin, dass in den ohnehin schon niedrigen Zubauzahlen des bisherigen Jahresverlaufs sogar noch ein Vorzieheffekt enthalten war. So wurde beispielsweise im Juli auf dem Dach eines Baumarktes in Dortmund eine 300 Kilowatt Anlage mit einer Modulfläche von 2000 Quadratmetern in der Rekordzeit von drei Wochen geplant und installiert, um vor diesem Stichtag ans Netz gehen zu können. Es ist zumindest zu vermuten, dass dies kein Einzelfall war.

Nur die Modulhersteller sehen schwarz

Für die wenigen verbliebenen deutschen Modulhersteller sieht die Zukunft angesichts dieser Inlandsnachfrage düster aus. Ihre Exportchancen sind aufgrund der billigen Konkurrenz auf dem Weltmarkt zu schlecht, um diesen Einbruch kompensieren zu können. Planungsbüros, Zulieferer aus dem Maschinenbau oder auch der Wechselrichter-Hersteller SMA dürfen angesichts der steigenden weltweiten Nachfrage aber durchaus verhalten optimistisch sein. Wie ungewöhnlich die deutsche Marktentwicklung im internationalen Vergleich ist, zeigt sich zum Beispiel daran, dass inzwischen sogar Großbritannien einen höheren Zubau meldet als Deutschland. Während in Deutschland der Markteinbruch schon im Vorjahr begann, erreichte der weltweite Zubau 2013 mit 39 Gigawatt einen neuen Rekordwert. Dieser Rekord wird vermutlich schon in diesem Jahr erneut übertroffen werden. Luft nach oben bleibt noch genug: 2013 wurden weltweit nur 0,5 Prozent des Strombedarfs aus Solarstrom (Photovoltaik und solarthermische Kraftwerke) gedeckt.

Kommentare

Bild des Benutzers Tim Deutschmann
Schluss mit der Schwarzmalerei! 2015 wird kräftig in Nachhaltiges investiert und was nachhaltig ist wissen wir doch alle, oder? Geld parken kann man ab sofort und bis auf nichts Weiteres in der Zukunft denn nur die ist sicher. Jeder weiss, dass Atom und eingeschränkt auch Kohle und Gas Gift für das Leben ist. Machen wir also den Schritt in die richtige Richtung und investieren in die Geräte die das, was uns diese wunderbare Welt gratis gibt auffangen können.

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