Photovoltaik Zubau im April 2012

Die Bundesnetzagentur hat vorläufige Zahlen zum Zubau an Photovoltaik Anlagen im April veröffentlicht. Danach sollen in diesem Monat 345 Megawatt neu installiert worden sein. Bestätigen sich diese Zahlen, wurden damit in den ersten vier Monaten des Jahres 2,15 Gigawatt zugebaut, womit das jährliche Zubauziel bereits erreicht wäre. Zumindest dann, wenn die von der Regierung angestrebte Reduzierung der Zubauziele in den Verhandlungen des Vermittlungsausschusses zwischen Bundesrat und Bundestag bestätigt werden sollte. Die Bundesländer plädieren bislang noch dafür, den alten Zielkorridor von 2,5 bis 3,5 Gigawatt beizubehalten.

Abschwächung gegenüber dem ersten Quartal

Im ersten Quartal belief sich der Zubau auf 1,8 Gigawatt, womit eine neue Rekordmarke aufgestellt wurde. Dies war eine Folge der voreilig verkündeten Kürzungspläne der Bundesregierung, die zahlreiche Investoren dazu veranlassten, ihre Projekte zu beschleunigen. Verglichen damit fällt der Zubau im April moderat aus. Der starke Anstieg des Zubaus vor einem geplanten Kürzungsschritt und der kurzfristige Einbruch danach sind Phänomene, die aus der Vergangenheit bestens vertraut sind. Ein rückläufiger Trend kann aus den Zahlen eines Monats daher nicht abgeleitet werden.

Zweifel an den Daten der Bundesnetzagentur

Die Daten der Bundesnetzagentur werden seit Längerem kritisch diskutiert, die Proteus Solutions GbR will nun mit einer offiziellen Anfrage an die Netzagentur zur Klärung einiger Widersprüche beitragen. Das Unternehmen, das sowohl im Bereich Softwarelösungen als auch in der Photovoltaik aktiv ist, äußert massive Kritik an den von der Netzagentur veröffentlichten Daten. Diese Kritik an dem Daten-Durcheinander ist mehr als nachvollziehbar: Grundsätzlich sind die Betreiber der Übertragungsnetze verpflichtet, die Daten über neu angeschlossene Photovoltaik Anlagen zu erfassen und zeitnah zu veröffentlichen. Von „zeitnah“ kann jedoch in der Praxis keine Rede sein, im April 2012 reichten die veröffentlichten Daten der Netzbetreiber erst bis 2010. Die Bundesnetzagentur ist also gezwungen, parallel eine eigene Datenerfassung vorzunehmen. Diese funktioniert ähnlich wie die Registrierung auf irgendeiner Internetseite – man meldet sich unter Angabe einer E-Mail-Adresse an und gibt nach dem Login beliebige Daten ein, die keiner wirksamen Kontrolle unterliegen. Für die Jahre 2009 und 2010 liegen heute die Daten aus beiden Quellen vor, also sowohl die der Netzbetreiber als auch die der Agentur. Sie stimmen für keinen einzigen Monat überein, die monatlichen Abweichungen variieren zwischen 5 und 592 Megawatt. Bleibt zu hoffen, dass die Bundesnetzagentur die Anfrage von Proteus Solutions befriedigend beantwortet und eine nachvollziehbare Erklärung für eine Abweichung von 592 Megawatt in einem einzigen Monat liefert. Schließlich dienen die Zahlen der Netzagentur als Grundlage für die Berechnung der Degression der Einspeisevergütung.