Photovoltaik Rekordzubau in 2011 in den USA

Der Photovoltaik Markt in den Vereinigten Staaten kommt allmählich in Schwung. Zwar reicht die Nachfrage längst nicht an die größten europäischen Märkte Italien und Deutschland heran, aber gegenüber 2010 hat sich die installierte Leistung 2011 mehr als verdoppelt. Einer aktuellen Studie zufolge wurden im vergangenen Jahr insgesamt 1,85 Gigawatt zugebaut, was in etwa einem Viertel des Zubaus in Deutschland entspricht. Ob das der Beginn eines längerfristigen Trends ist, kann gegenwärtig noch nicht eingeschätzt werden. Auch in den USA wird Solarenergie gefördert, und auch dort sind die Förderprogramme zeitlich befristet. Aus diesem Grund wurden zahlreiche Projekte vorgezogen, um noch von der Förderung im Jahr 2011 zu profitieren. Ein vertrautes Phänomen!

Was stimmt optimistisch?

Einige Indikatoren weisen darauf hin, dass sich die Aussichten für die Photovoltaik in den USA tatsächlich verbessert haben. Zunächst verteilte sich das Wachstum im Jahr 2011 auf deutlich mehr Bundesstaaten, hing also deutlich weniger stark von lokalen Förderprogrammen einzelner Staaten ab. Ebenfalls optimistisch stimmt, dass in den USA erfolgreich mit innovativen Finanzierungsinstrumenten für kleine Photovoltaik Dachanlagen experimentiert wird. Die Grundidee dieser Programme besteht darin, dass nicht die Hausbesitzer, sondern Investoren die komplette Finanzierung solcher Anlagen übernehmen. Dem Hausbesitzer wird dabei zugesichert, dass seine Gesamtbelastung aus Energiekosten und Zahlungen für die Anlage niemals höher sein wird, als seine Energiekosten vor der Installation der Anlage. Ein attraktives Modell, das erwartungsgemäß auf großen Zuspruch stößt. Hinzu kommt, dass die USA ein sehr geeigneter Standort für Großanlagen sind. Freie Flächen in sonnenreichen Regionen stehen ausreichend zur Verfügung, oft sogar in der Nähe von Ballungsräumen mit hohem Energiebedarf. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass die USA die Verringerung der Abhängigkeit von importierten Rohstoffen schon länger als wichtiges politisches Ziel formuliert haben. Ökologische Argumente spielen dagegen eine deutlich geringere Rolle als hierzulande.

Strafzölle drohen

Belastend auf den Markt wirkt sich die Unsicherheit aus, ob chinesische Solarmodule mit Strafzöllen belegt werden. Als problematisch erweist sich insbesondere eine Besonderheit des amerikanischen Systems: Werden Strafzölle verhängt, müssen Importeure mit Nachzahlungen rechnen, wenn sie während der Prüfung der Vorwürfe Waren importiert haben. Und genau diese Prüfung kann sich lange hinziehen, da China von den USA als Nicht-Marktwirtschaft eingestuft wird. In diesem Fall greift eine extrem komplexe Prüfvorschrift, mittels derer festgestellt wird, ob Dumpingpreise vorliegen. Im Kern wird dabei bestimmt, welche Produktionskosten für Solarmodule in Marktwirtschaften entstünden, die einen mit China vergleichbaren Entwicklungsstand aufweisen. Der Eindruck drängt sich auf, dass mit diesem Verfahren jedes politische gewünschte Ergebnis erzielt werden kann.

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