Photovoltaik: Interesse an kleinen Anlagen wieder stark

Die von der Bundesnetzagentur monatlich veröffentlichten Zahlen zum Zubau der Photovoltaik in Deutschland sind als oft zitierter Indikator für die Marktentwicklung hinlänglich bekannt. Weniger bekannt ist der von der Deutschen Auftragsagentur DAA monatlich ermittelte SolarContact-Index. Dieser wird auf denkbar einfache Weise bestimmt, es wird einfach die Zahl der über das Internet deutschlandweit georderten Photovoltaikanlagen ermittelt. Dabei spielt die Größe der Anlagen keine Rolle.

Seit einem Einbruch im Mai und im Juni hat sich der SolarContact-Index deutlich erholt, die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen ist also keineswegs eingebrochen. Der scheinbare Widerspruch zu den sinkenden Zubauzahlen der Netzagentur löst sich bei näherem Hinsehen relativ schnell.

Kleine Anlagen sind gefragt

Mit der Einstellung der Förderung für große Freiflächenanlagen mit einer Leistung von mehr als zehn Megawatt ist die Nachfrage in diesem Marktsegment nicht nur zurückgegangen, sondern vollständig zum Erliegen gekommen. Derartige Anlagen werden seitdem nicht mehr gebaut. Der Rückgang des Zubaus ist zu einem erheblichen Teil darauf zurückzuführen. Die Nachfrage konzentriert sich auf die beiden Größenklassen, in denen noch die höchste Einspeisevergütung gewährt wird. Die höchsten Fördersätze gelten für Kleinanlagen bis zu zehn Kilowatt, in die zweithöchste Förderstufe fallen alle Anlagen mit einer Nennleistung zwischen zehn und 40 Kilowatt. Hier findet nach wie vor ein reger Zubau statt. Die Zahl der insgesamt installierten Anlagen sank daher gegenüber dem Vorjahr nur um 28 Prozent, während die neu installierte Leistung um 57 Prozent zurückging. Beide Zahlen beziehen sich auf die jeweils ersten neun Monate der Jahre 2012 und 2013.

Der SolarContact-Index eilt dem Zubau voraus

Schwankungen im SolarContact-Index schlagen sich in den Zubauzahlen mit einer Verzögerung von etwa zwei bis drei Monaten nieder. Dies ist die typische Zeitspanne zwischen dem Kauf einer Anlage und der Inbetriebnahme. Deutlich zu sehen war dieser zeitliche Versatz in der Vergangenheit, wenn es anlässlich anstehender Kürzungen der Solarförderung zu dem bekannten Vorzieheffekt kam. Im letzten Monat vor dem Inkrafttreten der Kürzung erreichte der Zubau Rekordwerte, während der SolarContact-Index dramatisch einbrach.

Stabilisierung des Zubaus zu erwarten

Die gegenwärtige Erholung des SolarContact-Index deutet also auf eine Stabilisierung des Zubaus in der näheren Zukunft hin. Die Zubauzahlen liegen damit erstmals im angestrebten Zielkorridor, was seitens der Politik sicherlich als Erfolg gewertet wird. Erkauft wurde diese Dämpfung des Zubaus durch eine Verkleinerung der Anlagen, die durchschnittliche Leistung neuer Anlagen sank von 45 auf 27 Kilowatt. Dies ist die Kehrseite der Medaille. Je größer eine Anlage ist, desto niedriger sind die Stromerzeugungskosten pro Kilowattstunde. Der angestrebte Rückgang des Zubaus wurde also primär zulasten der besonders preiswerten Stromerzeuger erreicht.

Bild: Der SolarContact-Index für 2012 von SolarContact

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