Photovoltaik – Chancen und Probleme im asiatisch-pazifischen Raum

Europa wird im Jahr 2013 voraussichtlich nicht mehr der größte Photovoltaik-Markt sein. Im Jahr 2012 wurden noch 57 Prozent der Neuanlagen in Europa installiert, 2013 werden wohl nur noch 37 Prozent der neu installierten Leistung auf Europa entfallen. Das liegt nur zum Teil an der sinkenden Solarförderung in wichtigen europäischen Staaten, die eine verminderte Nachfrage nach sich zieht. Es liegt auch daran, dass in vielen Ländern der Welt die Nachfrage deutlich ansteigt. Trotz des Rückgangs in Europa wird die weltweit neu installierte Leistung 2013 daher vermutlich einen neuen Rekordwert erreichen.

Gegenwärtige Schätzungen gehen von 35 Gigawatt aus, was einem Anstieg um fünf Gigawatt gegenüber dem Vorjahr entspräche. Neben den großen neuen Märkten kommt den zahlreichen kleineren Ländern immer mehr Bedeutung zu. Selbst wenn die beiden großen asiatischen Volkswirtschaften China und Japan herausgerechnet werden, werden auf die übrigen Länder der asiatisch-pazifischen Region in naher Zukunft etwa fünf Prozent der weltweiten Nachfrage entfallen.

Sonne allein genügt nicht

Klimatisch ist der pazifische Raum bestens für die Photovoltaik geeignet, die Sonneneinstrahlung in der Region gehört zu den höchsten der Welt. Der Bedarf an Sonnenenergie ist ebenfalls hoch, die immer teurer werdenden fossilen Rohstoffe können sich zahlreiche Länder auf Dauer schlicht nicht mehr leisten. Damit ist die Liste der guten Nachrichten allerdings auch schon komplett. Zu den schlechten Nachrichten gehört, dass es vielerorts an Stromnetzen fehlt, um Solarstrom effektiv zu verteilen. Als schwierig erweist sich auch oft die Finanzierung von Großprojekten. Das Haupthindernis ist oft die Investitionssicherheit, weswegen der klischeehafte Hinweis auf die „armen Länder“ zu kurz greift. Auch in Deutschland und der Schweiz werden Solarprojekte zum größten Teil fremdfinanziert. Das funktioniert nur, weil einerseits Rechtssicherheit herrscht und andererseits die Solarförderung kalkulierbare Einnahmen garantiert. Insbesondere die fehlende Rechtssicherheit stellt in vielen Ländern ein Problem dar, und sei es nur aufgrund einer überforderten Verwaltung. Teure Verzögerungen von Projekten sind das Mindeste, was Investoren einkalkulieren müssen.

Präsenz vor Ort ist erforderlich

Die Empfehlung des Marktforschungsinstituts NPD Solarbuzz ist angesichts dieser Problemlage nachvollziehbar: Wer in diesen Regionen erfolgreich sein will, sollte dort vertreten sein. Es fehlt vor Ort an der notwendigen Infrastruktur, um Projekte aus der Ferne zu managen. Für Projektentwickler und Planungsbüros existieren noch zahlreiche weiße Flecken auf der Landkarte, in denen bislang keine Konkurrenz vertreten ist. Wer die lokale Netzinfrastruktur kennt und Kontakte zu den örtlichen Energieversorgern hält, besitzt einen kaum einholbaren Wettbewerbsvorteil.

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