Photovoltaik: Aktienkurse führender Herstellern erholen sich

Ungeachtet kurzfristiger Kursausschläge im Zusammenhang mit dem Handelsstreit zwischen der EU und China haben die Aktien von Unternehmen der Solarbranche sich in den letzten Monat positiv entwickelt. Wesentlich dazu beigetragen hat die Stabilisierung der Modulpreise seit Anfang des Jahres. Erstmals seit langer Zeit ist der Weltmarktpreis für Solarmodule sogar wieder leicht gestiegen, seit Jahresbeginn um rund vier Prozent.

Kurse binnen eines Jahres mehr als verdoppelt

Die Aktienkurse einiger großer Hersteller haben sich im letzten Jahr mehr als verdoppelt. Die Aktien von First Solar wurden 2012 zeitweise unter 20 Dollar gehandelt, mittlerweile stehen sie kurz davor, die 50-Dollar-Marke zu durchbrechen. Einen ähnlichen Kursverlauf zeigt die Yingli-Aktie, die ihren Wert ebenfalls mehr als verdoppelt hat. Grund für diese Entwicklung ist der Abbau der weltweiten Überkapazitäten. Dieser verbessert nicht nur die Auslastung der verbliebenen Produktionskapazitäten, sondern wirkt sich auch positiv auf die Gewinnmargen aus. Die Marktbereinigung ist längst noch nicht abgeschlossen, zahlreiche Unternehmen der Solarbranche kämpfen nach wie vor mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten. Überstanden haben die Krise der letzten Jahre primär die großen Unternehmen. Diese profitieren jetzt davon, dass insbesondere zahlreiche Billiganbieter aufgeben mussten.

Zulieferer profitieren ebenfalls

Während die Zukunft der deutschen Solarunternehmen angesichts der Einigung im Solarstreit ungewiss erscheint, atmen die Zulieferer auf. Das betrifft nicht nur die zahlreichen mittelständischen Maschinenbauer, sondern auch die Siliziumhersteller. Der Konzern Wacker Chemie gehörte in Deutschland zu den schärfsten Kritikern der verhängten Strafzölle und zählt jetzt folgerichtig zu den größten Befürwortern der gefundenen Einigung. Im zweiten Quartal 2013 war der Gewinn gegenüber dem Vorjahr um rund 75 Prozent eingebrochen. Wacker Chemie stellt Reinsilizium und Wafer her. Der Siliziumpreis war gegenüber dem Vorjahr um rund ein Drittel gefallen, der Preis für Wafer um rund zehn Prozent. Nach der Einigung im Handelsstreit rechnet das Unternehmen mit einem deutlichen Nachfrageschub.

Kurssprünge in China

So sehr die EU-Kommission sich auch bemühte, die Einigung mit China als fairen Interessenausgleich beider Seiten darzustellen, es scheint ihr nicht gelungen zu sein. Zumindest an den Börsen herrscht offenbar Einigkeit darüber, dass China der Gewinner dieser Auseinandersetzung ist. Unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Einigung legten die Kurse chinesischer Modulhersteller am 29. Juli beachtlich zu: Hanergy um 16 Prozent, Trina Solar um 5,9 Prozent und Yingli um 4,1 Prozent.

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