Interesse an Photovoltaikanlagen wieder größer

Im März 2014 hat das Interesse an Photovoltaikanlagen wieder zugenommen, ohne dass sich dies allerdings in der Zahl der Auftragseingänge niederschlug. Die Deutsche Auftragagentur GmbH ermittelt regelmäßig die Anzahl der Kundenanfragen bei Unternehmen aus der Solarbranche. Im März 2014 war die Anzahl dieser Anfragen um zwölf Prozent höher als der Durchschnittswert der vorausgegangenen zwölf Monate. Allerdings setzte sich der Rückgang des Zubaus auch im März fort.

Unklare Zukunftsaussichten

Ob aus den Zahlen aus dem Monat März weitreichende Schlüsse gezogen werden dürfen, ist alles andere als klar. Im März waren die Konturen der von der Bundesregierung angekündigten Reform des EEG nur sehr unscharf zu erkennen, erst der Energiegipfel Anfang April brachte einige Klarheit. Soweit es die Photovoltaik betrifft, bestand das wichtigste Ergebnis dieses Gipfels in der leichten Entschärfung der Vorschläge zur Belastung des Eigenverbrauchs mit der EEG-Umlage. Ganz vom Tisch ist diese auch nach dem Energiegipfel nicht, aber die ohnehin schon geplanten Ausnahmeregelungen sind nochmals ausgeweitet worden. Unterm Strich bleibt es dabei, dass der Eigenverbrauch von Solarstrom sich lohnt, die Rendite allerdings in einigen Fällen etwas geschmälert wird.

Verunsicherte Kunden?

Das auffällige Missverhältnis zwischen steigenden Kundenanfragen einerseits und stagnierenden Auftragseingängen andererseits hängt nach Auffassung der Solarbranche mit der Verunsicherung der Kunden zusammen. Zu dieser Verunsicherung hat sicherlich in erster Linie beigetragen, dass im März ständig neue Details zu den geplanten Änderungen am EEG durchsickerten. Ganz schuldlos sind aber auch die Vertreter der Solarbranche nicht, die erneut die übliche Lobbyisten-Folklore zum Besten gaben. Vor der geplanten Gesetzesänderung wird unüberhörbar darauf hingewiesen, dass Photovoltaikanlagen anschließend nicht mehr rentabel betrieben werden können und der Untergang der gesamten Branche unmittelbar bevorstehe, wenn diese Änderungen tatsächlich beschlossen werden. Sind die Änderungen erst beschlossen, werden die Kunden wieder beruhigt, dass sich eine Photovoltaikanlage selbstverständlich immer noch lohnt. Besonders kritisch ist bei diesem Spiel die gegenwärtige Phase: Das Kabinett hat die Änderungen beschlossen, der Bundestag könnte aber noch für weitere Entschärfungen sorgen. Die Branche scheint sich nicht einig zu sein, ob jetzt der Panik- oder der Beruhigungsmodus angebracht ist. Dementsprechend widersprüchlich fallen die Aussagen zur Rentabilität der Photovoltaik unter den vom Kabinett beschlossenen Rahmenbedingungen derzeit aus. Unabhängig davon, wer wie viel zur Verunsicherung der Kunden beiträgt, klingt diese Erklärung jedoch plausibel: Kunden benötigen derzeit mehr Informationen um sich zu entscheiden, weswegen die Zahl der Anfragen bei den Solarunternehmen zunimmt, die am Ende nicht zu einem Auftrag führen.

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