Installierte Photovoltaik Leistung steigt weltweit auf über 100 Gigawatt

Nach Angaben der European Photovoltaic Industry Association (EPIA) wurde im vergangenen Jahr die Grenze von 100 Gigawatt weltweit installierter Photovoltaik Leistung durchbrochen, Ende 2012 waren demnach 101 Gigawatt installiert. Das Zubautempo hat gegenüber dem Vorjahr leicht abgenommen. Zwar waren in zahlreichen Staaten außerhalb Europas deutliche Zunahmen zu verzeichnen, was allerdings den Einbruch des europäischen Marktes nicht vollständig kompensieren konnte. In Europa blieb nur der deutsche Zubau mit rund 7,5 Gigawatt weitgehend konstant, während die stärker von der Finanzkrise betroffenen Länder teilweise dramatische Einbrüche verzeichneten. Besonders schwer wirkten sich die Sparprogramme in Italien aus. Das Land gehörte lange zu den wichtigsten Märkten weltweit und hat im Zuge der Haushaltskonsolidierung Einschnitte bei der Förderung vorgenommen, die einem völligen Ausstieg aus der Photovoltaik sehr nahe kamen.

Deutschland stützt den europäischen Markt

Die Bedeutung des deutschen Markts wird bereits durch einen Blick auf die installierte Leistung deutlich. Von den weltweit installierten 101 Gigawatt entfallen allein auf Deutschland 32 Gigawatt. Der Zubau in Europa sank 2012 gegenüber dem Vorjahr von 22,7 auf 16,6 Gigawatt. Der Einbruch wäre noch dramatischer verlaufen, wenn der deutsche Zubau nicht mit 7,5 Gigawatt auf gleichem Niveau geblieben wäre. Dennoch ist der europäische Anteil am Weltmarkt deutlich gesunken, der 2011 noch rund zwei Drittel ausgemacht hat.

Zahlreiche Wachstumsmärkte

Die Frage, in welchen Weltregionen die Länder mit hohen Wachstumsraten bei der Photovoltaik liegen, ist schnell beantwortet. Sie liegen überall, nur nicht in Europa. Besonders hohe Anteile am weltweiten Zubau weisen China und die USA auf, was aber primär auf die Größe dieser Länder zurückzuführen ist. Bezogen auf die Bevölkerungszahl weisen auch zahlreiche andere Staaten ein großes Wachstum auf, beispielsweise Korea, Thailand und Israel. Auch in Nordafrika nimmt die Bedeutung der Photovoltaik ständig zu.

Hohe Wachstumserwartungen für die nächsten Jahre

Die EPIA prognostiziert, dass diese Entwicklung sich in den nächsten Jahren verstetigen wird. Der weltweite Zubau wird danach auf hohem Niveau bleiben, wobei vor allem China und Indien die rückläufige Nachfrage in Europa kompensieren werden. Im Jahr 2016 wird gemäß dieser Prognose die Grenze von 200 Gigawatt erreicht werden, es könnten sogar deutlich mehr als 300 Gigawatt sein. Diese große Unsicherheit der Prognose spiegelt die Abhängigkeit der Photovoltaik von staatlicher Förderung wieder. Speziell rund um das Mittelmeer bestehen noch sehr große Ausbaupotenziale, bei denen schwer vorhersehbar ist, wie stark sie aufgrund der ökonomischen und politischen Randbedingungen ausgeschöpft werden können. Südeuropäische Staaten bieten optimale Voraussetzungen für die Photovoltaik, können sich aber gegenwärtig kaum Förderprogramme leisten. Und die Entwicklung in zahlreichen nordafrikanischen Ländern lässt sich seriös kaum über einige Monate vorhersagen, geschweige denn bis 2016.