Hoher Photovoltaik Zubau im ersten Quartal 2012

Im ersten Quartal 2012 wurde ein neuer Rekord für den Zubau von Photovoltaikanlagen aufgestellt. Mit fast 1,9 Gigawatt stieg der Zubau in diesem Zeitraum gegenüber dem Vorjahr auf mehr als das Dreifache an. Überraschen kann das allerdings nicht. Mit dem erheblichen Zubau ist genau das eingetreten, was die Bundesregierung eigentlich vermeiden wollte.

Vorzieheffekt wurde erwartet

Zahlreiche Investoren haben offenbar die Installation geplanter Anlagen vorgezogen, um noch von den alten Fördersätzen zu profitieren. Für diese Annahme spricht auch, dass mit 1,1 Gigawatt der größte Teil des Zubaus im März erfolgte, als die politische Diskussion über die Zukunft der Einspeisevergütung bereits im Gange war. Aus genau diesem Grund sah der Gesetzentwurf der zuständigen Minister Rösler und Röttgen ursprünglich vor, die Kürzungen der Photovoltaik Förderung sehr kurzfristig in Kraft treten zu lassen. Auf diese Weise sollte der Vorzieheffekt vermieden werden. Das allerdings scheiterte am Widerstand der Bundesländer und der eigenen Bundestagsfraktionen, die einen Vertrauensschutz für bereits in der Planung befindliche Projekte durchsetzten. Zumindest kurzfristig wurde damit das politische Ziel verfehlt, das Tempo des Ausbaus der Photovoltaik zu drosseln.

Offenbar keine technischen Probleme

Der rasante Zubau zu Jahresbeginn schloss sich unmittelbar an die übliche Jahresendrallye im Dezember 2011 an. In diesem Monat wurden fast 3 der insgesamt 7,5 Gigawatt Zubau des vergangenen Jahres in Betrieb genommen. Die Novellierung des EEG wurde auch damit begründet, dass die Stabilität der Stromnetze durch einen zu raschen Ausbau der Photovoltaik gefährdet sei. Im Zeitraum Dezember 2011 bis März 2012 wurden jedoch Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von nahezu 5 Gigawatt in Betrieb genommen, ohne dass es zu ernsthaften Problemen gekommen wäre.

Es könnte sogar noch mehr sein!

Mittlerweile werden Zweifel an den Zuverlässigkeit der von der Bundesnetzagentur veröffentlichten Zubauzahlen laut. Die Zahlen scheinen tatsächlich nicht korrekt zu sein, was allerdings nicht der Bundesnetzagentur anzulasten ist. Die Agentur bezieht ihre Informationen von den Webseiten der Betreiber der Stromnetze, auf denen diese Listen der an ihre Netze angeschlossenen Photovoltaikanlagen veröffentlichen. Die Netzbetreiber sind gesetzlich verpflichtet, dies unverzüglich zu tun. Allerdings kommt es dabei zu mehrwöchigen Verspätungen, weswegen die Zahlen zumindest nicht immer aktuell sind. Wie groß die Abweichungen sind, lässt sich nicht genau feststellen. Es sind jedoch mittlerweile Fälle bekannt geworden, in denen im Dezember installierte Anlagen noch immer nicht in der Statistik der Bundesnetzagentur auftauchen. Die Diskrepanz scheint erheblich zu sein. Mitte Februar veröffentlichten die Netzbetreiber noch eine gesamte installierte Leistung von 22 Gigawatt, während bei der Bundesnetzagentur 25 Gigawatt zur Förderung angemeldet waren.

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