Großprojekte und Solar-Leasing: Photovoltaik-Zubau in Großbritannien und USA

Der Zubau der Photovoltaik legt in den USA und in Großbritannien an Tempo zu. Der Anteil kleiner privater Photovoltaikanlagen ist in beiden Ländern rückläufig, stattdessen dominieren Großprojekte. Das bedeutet jedoch nicht, dass die private Nachfrage eingebrochen wäre. In absoluten Zahlen nimmt sie sogar oft zu, aber ihr Anteil am Gesamtmarkt sinkt infolge des Booms der Großprojekte. Wirtschaftlich ist das vernünftig, die Kosten pro Kilowattstunde sind bei großen Anlagen deutlich niedriger.

Eine Ausnahme bildet Kalifornien, wo die private Nachfrage noch immer dominiert. Dort sind die Strompreise der Versorger relativ hoch und die klimatischen Bedingungen für die Photovoltaik sehr günstig. Die Anlage auf dem privaten Hausdach amortisiert sich daher deutlich schneller als andernorts.

Kontinuität in Großbritannien

Insgesamt ist die installierte Leistung in Großbritannien inzwischen auf über 2,5 Gigawatt gestiegen. Aktuell wird ein für britische Verhältnisse fast unglaublicher Zubau von 520 Megawatt im ersten Quartal 2013 gemeldet. Hier ist allerdings eher der Zufall am Werk, denn einige Großprojekte wurden nahezu zeitgleich fertiggestellt und sorgten für diesen Ausreißer in der Statistik. Insgesamt 30 Anlagen mit einer Nennleistung von jeweils fünf Megawatt oder mehr gingen in den ersten drei Monaten des Jahres ans Netz. Für die nähere Zukunft ist weiterhin mit einem stetigen Zubau zu rechnen, Großprojekte mit einer Gesamtleistung von deutlich mehr als 500 Megawatt befinden sich derzeit in der Planung. Dieser Erfolg ist primär darauf zurückzuführen, dass in Großbritannien das Vertrauen in die staatliche Solarförderung gestiegen ist. Jahrelang wurde das Fördersystem ständig hektisch reformiert, so manche Reform wurde bereits vor ihrem Inkrafttreten wieder revidiert. Mittlerweile hat sich ein relativ stabiles Fördersystem etabliert, dessen Kernelement die Feed-in Tariffs bilden, das britische Äquivalent zur deutschen Einspeisevergütung. Der Zuwachs an Großprojekten spiegelt primär das wachsende Vertrauen in die Investitionssicherheit wieder.

Leasingmodelle in den USA

Der Markt für private Anlagen in den USA wird entscheidend durch verschiedene Modelle zur Fremdfinanzierung von Photovoltaikanlagen gestützt. Wenngleich es sich längst nicht immer um ein Leasing im engeren Wortsinn handelt, werden diese Finanzierungskonzepte oft unter dem Begriff Solar-Leasing zusammengefasst. Der Klassiker dieser Modelle wird seit einigen Jahren erfolgreich in Kalifornien praktiziert. Dort installieren Solarfirmen auf eigene Kosten Anlagen auf privaten Dächern, der Kunde zahlt anschließend lediglich für den Strom. Rund zwei Drittel der privaten Anlagen sind in Kalifornien fremdfinanziert. Daneben werden inzwischen auch echte Leasing-Modelle angeboten, bei denen der Kunde eine feste monatliche Nutzungsgebühr zahlt. Spitzenreiter bei der Fremdfinanzierung ist derzeit Colorado. Dort werden 88 Prozent der privaten Anlagen auf diese Weise realisiert.

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