Gesunkene Arbeitsplatzzahlen im Bereich der erneuerbaren Energien

Im Jahr 2012 ist die Zahl der Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien in Deutschland erstmals gesunken. Laut einer vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Kooperation mit mehreren Partnern durchgeführten Untersuchung waren 377.800 Menschen in diesem Bereich beschäftigt, ein Prozent weniger als im Vorjahr.

Stellenabbau bei der Photovoltaik

Während sich der Arbeitsmarkt im Bereich Biomasse recht gut entwickelte, kam es zu einem deutlichen Stellenabbau bei der Photovoltaik. Das überrascht nicht, Meldungen über Insolvenzen in dieser Branche häuften sich in letzter Zeit. Dass der Zubau der Photovoltaik 2012 mit 7,5 Gigawatt unverändert hoch war, steht dazu nicht im Widerspruch. Die Modulproduktion findet zunehmend im Ausland statt, hauptsächlich in China. So schwierig der Arbeitsplatzabbau für betroffene Arbeitnehmer auch ist, wirtschaftlich ist diese Meldung keine Katastrophe. Unternehmen und Verbände der Branche weisen regelmäßig darauf hin, dass die Photovoltaik kurz vor der Wettbewerbsfähigkeit stehe, weil die Kosten pro Kilowattstunde Strom sehr schnell sinken. Niemand kann erwarten, dass damit nicht auch die Zahl der Arbeitsplätze pro Kilowattstunde sinkt. Es ist keine schlechte Nachricht, dass für 7,5 Gigawatt Zubau im Jahr 2012 weniger Arbeitsstunden erforderlich waren als für 7.5 Gigawatt Zubau im Jahr 2011.

Wartung und Betrieb gewinnen an Bedeutung

Angesichts des rasanten Ausbaus der erneuerbaren Energien in den letzten Jahren kann ebenfalls nicht verwundern, dass die Wartung und der Betrieb der Bestandsanlagen zunehmend mehr Personal beanspruchen. Insgesamt 37 Prozent der Beschäftigten arbeiten in diesen Bereichen. Auch hier wird die Photovoltaik im gewissen Sinne zum Opfer des eigenen Erfolgs. Zahlreiche Arbeitsplätze bei der Biomasse hängen mit der Produktion der Brennstoffe sowie mit deren Beschaffung und Transport zusammen. Allesamt Aufgaben, die im Betrieb einer Photovoltaikanlage nicht anfallen.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Der Arbeitsplatzabbau der Branche nach dem Boom der Anfangsjahre war mehr oder minder eine natürliche Entwicklung, die kaum zu vermeiden war. Der Übergang in eine preisgünstige Massenproduktion führt fast zwangsläufig dazu. Man kann den Unternehmen auch kaum vorwerfen, die einfachen Produktionsschritte nicht rechtzeitig an billigere Standorte im Ausland ausgelagert zu haben. Massive Auslagerungen von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer hätte die Akzeptanz für die großzügige staatliche Förderung der Photovoltaik gefährdet. Vorwerfen kann man den Verantwortlichen der Branche allenfalls, vom Boom geblendet geworden zu sein und mit zu viel Euphorie und zu wenig Realismus in die Zukunft geblickt zu haben.