FÖS Studie: Kostenvorteil der Erneuerbaren Energien insgesamt 54 Milliarden Euro bis 2030

Greenpeace Energy hat eine neue Studie über die Kosten des Ausbaus erneuerbarer Energien veröffentlicht, die vom Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) erstellt wurde. Das Ergebnis überrascht nicht. Die Autoren der Studie kommen zu dem Ergebnis, dass der weitere Ausbau erneuerbarer Energien erheblich billiger ist als die Fortsetzung der Stromerzeugung aus Kernenergie oder fossilen Rohstoffen. Der Strom aus neu errichteten Windrädern, Photovoltaikanlagen und Biomassekraftwerken ist laut dieser Studie um 3,1 Cent pro Kilowattstunde günstiger als Strom aus konventionellen Kraftwerken. Bis zum Jahr 2030 summiert sich dieser Kostenvorteil auf 54 Milliarden Euro, bis zum Jahr 2050 sogar auf weit über 500 Milliarden Euro. Die Studie steht zum Download bereit: PDF.

Kaum neue Erkenntnisse

Die grundlegende Aussage der Studie kann nicht ernsthaft in Zweifel gezogen werden. Sonne und Wind sind kostenlos und müssen daher langfristig einfach billiger sein als fossile Rohstoffe. Die Frage ist nur, wann sich die nicht unerheblichen Anfangsinvestitionen der Energiewende amortisiert haben werden und die Stromversorgung tatsächlich billiger wird. Die Antwort darauf hängt von der angewandten Berechnungsmethode ab und Greenpeace Energy hat sich erwartungsgemäß für eine Methode entschieden, bei der von Anfang an klar ist, dass die erneuerbaren Energien sehr gut abschneiden werden.

Nettokosten oder Differenzkosten?

Vollkommen zu Recht wenden sich die Autoren der Studie gegen Berechnungsverfahren, die auf die so genannten EEG-Differenzkosten abstellen. In solchen Berechnungen werden im Prinzip lediglich die Aufwendungen für die im EEG festgeschriebenen Förderungen der erneuerbaren Energien bestimmt. Das ergibt in der Tat wenig Sinn. Sinkt der Strompreis, steigen die über die EEG-Umlage aufzubringenden Ausgleichskosten, weil den Stromerzeugern die Einspeisevergütung langfristig garantiert wurde. Je weiter der Strompreis fällt, desto höher steigen also die Differenzkosten. Es ist unmittelbar einsichtig, dass dies kein vernünftiger Maßstab sein kann, um die Kosten der Stromerzeugung zu ermitteln. Die von den Autoren der Studie genutzten Nettokosten sind aber ebenso fraglich. Betrachtet werden die reinen Kosten der Windräder, Solaranlagen und sonstigen Anlagen zur Erzeugung von Ökostrom. Ausgeblendet wird aber, dass die schwankende Leistung von Sonnen- und Windstrom Kosten für die Integration in die Stromnetze verursacht, um eine stabile und ausfallsichere Stromversorgung zu ermöglichen. Dazu gehören beispielsweise die Kosten für die Bereitstellung von Reservekapazitäten, die Entwicklung leistungsstarker Stromspeicher und auch die Kosten für neue Leitungen. Dazu sagen die Autoren der Studie lediglich, dass solche Kosten „wahrscheinlich in einer signifikanten Höhe anfallen werden, bislang aber noch nicht abschließend beziffert wurden und im Folgenden deshalb nicht berücksichtigt werden können“. Immerhin verheimlichen sie nicht, dass ein sehr wesentlicher Kostenfaktor in ihrer Berechnung unter den Tisch fällt. Selbst das ist leider alles andere als selbstverständlich für solche Studien.

Bild: FÖS Studie "Was die Energiewende wirklich kostet"

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