Energiewende: Solar- und Windenergie als treibende Kraft

Die vierte Aktualisierung der unter dem Titel „Energierevolution“ publizierten Studie der Umweltschutzorganisation Greenpeace prophezeit den erneuerbaren Energien eine große Zukunft. Für das Jahr 2050 wird den umweltschonenden Energieformen weltweit ein Anteil von 94 Prozent an der Stromproduktion vorausgesagt. Der Grundtenor der Studie ist dabei durchaus optimistisch. Zwar mangelt es auch dieser Studie nicht an Hinweisen, welche Konsequenzen ein weiteres Festhalten an fossilen Energieträgern nach sich zöge – diese reichen von einer erheblichen Klimaerwärmung über mögliche Versorgungsengpässe bis hin zu drohenden Kriegen um die immer knapper werdenden Ressourcen. Aber die abgegebenen Prognosen basieren nicht auf der Hoffnung auf eine plötzlich gewachsene Einsicht der Verantwortlichen, sondern auf der Erwartung, dass sich alle Beteiligten unter den veränderten Bedingungen durchaus egoistisch und eigennützig verhalten. Damit liegt Greenpeace in etwa auf der Linie, die von den GRÜNEN als „Green New Deal“ propagiert wird. Der ökologische Umbau der Energieversorgung muss danach nicht gegen die Interessen der Wirtschaft erzwungen werden, sondern liegt im ureigenen Interesse der Wirtschaft.

Die Trendwende ist erreicht

Noch dominieren fossile Energieträger und Kernkraftwerke die weltweite Energieproduktion. Aber Kraftwerke haben eine sehr lange Lebensdauer und die Dominanz dieser klassischen Energieträger resultiert daher zum erheblichen Teil aus Zeiten, in denen erneuerbare Energien technisch noch nicht ausgreift waren. Dementsprechend liefert der Zubau von Kraftwerkskapazitäten im Jahr 2011 ein gänzlich anderes Bild: Die erneuerbaren Energien haben die Kohle als wichtigsten Energieträger abgelöst. Immerhin 39 Prozent des weltweiten Zubaus entfielen auf Solarenergie, Windenergie, Biomassekraftwerke und Wasserkraftwerke, Kohlekraftwerke trugen nur 34 Prozent bei. Ohne den explosionsartig wachsenden Energiehunger Chinas wäre der Anteil der Kohlekraftwerke sogar noch deutlich geringer ausgefallen. China musste in den letzten Jahren hohen Wirtschaftswachstums seine Stromproduktion dramatisch hochfahren und setzte dabei auf die schnellste und einfachste Lösung. Kohlekraftwerke sind preiswert und das Land verfügt über große Kohlevorkommen. Mittlerweile setzt auch China verstärkt auf Wind- und Sonnenenergie. Für die weltweite Bilanz ist das von entscheidender Bedeutung, denn 2011 trug China 36 Prozent zum weltweiten Ausbau von Kraftwerkskapazitäten bei.

Erneuerbare Energien rechnen sich!

Das Ergebnis der Kostenanalyse kann nicht überraschen. Kurzfristig erfordern erneuerbare Energien einige Investitionen, was die Kosten der Stromerzeugung ansteigen lässt. Langfristig wirken sich die eingesparten Rohstoffe aus, was zu einer deutlichen Senkung der Kosten führt. Konkret prognostiziert Greenpeace, dass der forcierte Ausbau regenerativer Energien den Anstieg der Strompreise bis 2020 um 0,6 Dollarcent pro Kilowattstunde beschleunigen wird. Danach fallen die Preise deutlich unter die einer konventionellen Stromerzeugung.

Solarenergie und Windenergie holen auf

Auch innerhalb des Sektors der erneuerbaren Energien ist eine deutliche Verschiebung zu erkennen. Die bislang dominierenden Biomassekraftwerke verlieren gegenüber dem Solarstrom und der Windenergie aktuell deutlich an Boden. Im Jahr 2011 trug die Windenergie 14 Prozent zum Ausbau weltweiter Kraftwerkskapazitäten bei, die Photovoltaik 10 Prozent. Biomassekraftwerke trugen nur noch 2 Prozent bei. Interessant ist auch, dass Kernkraftwerke nur noch ein Prozent ausmachten. Dies umso mehr, da in diesen Zahlen auch die im Bau befindlichen Kraftwerke enthalten sind.