Einspeisevergütung sinkt ab August 2013 voraussichtlich um 1,8 Prozent

Die Einspeisevergütung für Solarstrom aus Photovoltaikanlagen wird nach vorläufigen Berechnungen zum 01. August um 1,8 Prozent sinken. Berechnungsgrundlage für die einzelnen Degressionsschritte ist stets der Zubau in den vergangenen 12 Monaten. Noch fließen also Zahlen aus dem Vorjahr in die Berechnung ein, in dem der Zubau noch deutlich über dem Zielkorridor von 2,5 bis 3,5 Gigawatt lag. Für 2013 zeichnet sich ein Zubau ab, der ungefähr an der oberen Grenze dieses Bereichs liegen dürfte. Daher ist damit zu rechnen, dass die Degression der Einspeisevergütung sich weiter verlangsamt. Vollkommen gestoppt wird sie allerdings nicht werden, dafür müsste der Zubau deutlich unter dem genannten Zielkorridor liegen.

315 Megawatt im Juni

Im Juni 2013 wurden 315 Megawatt zugebaut, was im Rahmen der Planung liegt. Insgesamt belief sich der Zubau im ersten Halbjahr auf 1,8 Gigawatt. Gegenüber den Vorjahren, in denen jährlich etwa 7,5 Gigawatt zugebaut wurden, zeichnet sich damit ein deutlicher Rückgang ab. Der übliche Vergleich mit dem gleichen Monat des Vorjahrs ist für den Juni wenig aussagekräftig. Im Juni 2012 stand eine erhebliche Kürzung der Einspeisevergütung bevor. Der dadurch ausgelöste Vorzieheffekt führte zu einem Rekordzubau von fast 1,8 Gigawatt innerhalb eines Monats.

Vergütung für Freiflächenanlagen fällt 2013 unter zehn Cent

Derzeit beträgt die Vergütung pro Kilowattstunde noch 15,07 Cent für Kleinanlagen und 10,44 Cent für Freiflächenanlagen. Im August 2013 wird die Vergütung für Freiflächenanlagen damit noch knapp über zehn Cent liegen, aber im weiteren Jahresverlauf wird diese symbolträchtige Grenze durchbrochen werden. Die Senkung der Einspeisevergütung bewirkt in Verbindung mit dem deutlich geringeren Zubau, dass die für Neuanlagen über die EEG-Umlage aufzubringenden Mittel erheblich sinken. Ein Vergleich macht dies deutlich: Für die im Jahr 2010 zugebauten Anlagen werden jährlich 2,2 Milliarden Euro aus der EEG-Umlage benötigt, für die 2013 zugebauten Anlagen voraussichtlich rund 300 Millionen Euro. Damit werden sie nur rund 0,1 Cent pro Kilowattstunde zur EEG-Umlage beitragen.

Ziele weitgehend erreicht

Nachdem jahrelang die mit der Degression der Einspeisevergütung beabsichtigte Steuerung des Zubaus überhaupt nicht funktioniert hat, scheint dies in diesem Jahr wirklich sehr gut zu gelingen. Dafür spricht nicht nur, dass der Gesamtzubau auf das beabsichtigte Maß gesenkt werden konnte. Festzustellen ist auch, dass Neuanlagen zunehmend für den Eigenverbrauch bestimmt sind. Der Zubau verlagert sich auf Gewerbebetriebe und landwirtschaftliche Betriebe mit entsprechendem Strombedarf. Auch die neu eingeführte Förderung von Stromspeichern trägt ihren Teil dazu bei.

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