Direktvermarktung von Solarstrom steigt auf drei Gigawatt

Die Direktvermarktung von Solarstrom hat einen neuen Höchststand erreicht. Die zur Direktvermarktung angemeldete Gesamtleistung für den Monat April beträgt 3,02 Gigawatt, womit erstmals die Grenze von drei Gigawatt erreicht wurde. Damit werden knapp zehn Prozent der installierten Gesamtleistung direkt vermarktet. Insgesamt beläuft sich die Direktvermarktung aus allen regenerativen Stromquellen auf 30 Gigawatt, wovon 25 Gigawatt auf den Windstrom entfallen. Diese Zahlen beinhalten ausschließlich die über die Marktprämie vermarktete Stromerzeugungskapazität. Hinzu kommen noch vereinzelte private Liefervereinbarungen, in denen Anlagenbesitzer direkte Liefervereinbarungen mit Abnehmern getroffen haben.

Direktvermarktung über die Marktprämie

Alternativ zur Einspeisevergütung steht Betreibern von Photovoltaikanlagen die Möglichkeit offen, ihren Strom direkt an der Strombörse zu verkaufen. Die dabei erzielbaren Erlöse sind deutlich geringer, weswegen die Differenz über die Marktprämie erstattet wird. Die pro Kilowattstunde bezahlte Marktprämie errechnet sich als Differenz aus der Einspeisevergütung, auf die der Anlagenbetreiber verzichtet hat, und dem durchschnittlichen Verkaufspreis für Strom im jeweiligen Monat. Finanziell ändert sich daher nur wenig. Wer seinen Strom zum Durchschnittspreis verkauft, erhält exakt dieselbe Vergütung, die er ansonsten über die Einspeisevergütung erhielte. Ein finanzielles Plus ergibt sich, wenn der Strom zu überdurchschnittlichen Preisen veräußert wird. Das ist aber genau dann nicht möglich, wenn Photovoltaikanlagen ihr Leistungsmaximum erreichen. Zu diesen Zeiten sinkt der Strompreis aufgrund des hohen Angebots auf unterdurchschnittliche Werte. Das wird durch die so genannte Managementprämie kompensiert, mit der die Mehrkosten durch die Direktvermarktung ausgeglichen werden sollen.

Direktvermarktung über Dienstleister

Zum Erfolg der Direktvermarktung haben spezialisierte Dienstleister beigetragen, die im Auftrag der Anlagenbetreiber den Strom vermarkten. Diese Geschäftsidee ruht auf zwei zentralen Säulen. Zunächst ist die Managementprämie auf Basis der Kosten berechnet, die einem einzelnen Anlagenbetreiber bei der Direktvermarktung entstehen. Dazu zählen beispielsweise die Kosten der Ertragsprognosen und der Wetterprognosen, auf denen diese Ertragsprognosen beruhen. Spezialisierte Dienstleister, die das für eine größere Zahl von Anlagen übernehmen, können das zu geringeren Kosten tun. Einen wesentlichen Anteil ihres Gewinns erzielen sie daher über die Managementprämie. Ein zweiter Vorteil besteht in der Zusammenschaltung zahlreicher Anlagen zu virtuellen Kraftwerken. Die Ertragsprognose wird in diesem Fall einfacher und genauer, da Schwankungen bei einzelnen Anlagen kaum ins Gewicht fallen. Besonders effektiv ist dieses Verfahren, wenn in die virtuellen Kraftwerke auch Biomassenanlagen integriert werden. Diese sind frei regelbar und können Ertragsschwankungen ausgleichen.