Bundesnetzagentur bestätigt Rekordzubau in 2011

Mit ihrer vorab zu Jahresbeginn veröffentlichten Schätzung von 7,5 Gigawatt lag die Bundesnetzagentur bereits sehr nahe an der exakten Zahl, die sie nun veröffentlicht hat: Insgesamt betrug der Zubau im Bereich der Photovoltaik im Jahr 2011 genau 7,481 Gigawatt. Damit wurde die bisherige Rekordmarke von 7,412 Gigawatt im Jahr 2010 nochmals leicht übertroffen. Erneut bestätigen die Zahlen, dass die unlängst vom Bundestag beschlossene Novellierung des EEG zumindest in einem Punkt unbestreitbar sinnvoll ist. Die bislang vorgenommene Degression der Einspeisevergütung in Halbjahresschritten führte regelmäßig dazu, dass kurz vor den Absenkungsterminen ein Last-Minute Boom ausgelöst wurde. Das war 2011 nicht anders, allein im Dezember wurden 2,98 Gigawatt zugebaut, also knapp 40 Prozent des gesamten Zubaus im Jahresverlauf. Künftig wird die Vergütung monatlich angepasst, um solche Spitzen zu vermeiden.

Großanlagen besonders gefragt

Wenngleich die installierte Leistung im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen ist, gilt das für die Zahl der neuen Photovoltaikanlagen nicht. Diese ging von 250.000 auf 238.000 zurück. Dies liegt primär an einem deutlichen Rückgang im Leistungsbereich zwischen 10 und 50 Kilowatt. In diesem Segment ist im Jahresvergleich ein Rückgang des Zubaus von 2,6 Gigawatt auf 2,0 Gigawatt zu verzeichnen, was einem Minus von rund 22 Prozent entspricht. Gänzlich anders stellt sich der Markt für Großanlagen oberhalb von einem Megawatt dar. In diesem Marktsegment stieg die Nachfrage um 60 Prozent. Damit tragen Großanlagen 41 Prozent zum Gesamtwachstum im Jahr 2011 bei.

Der Osten holt auf

Die Nachfrage in den bislang führenden Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg ging spürbar zurück, während die östlichen Bundesländer einen starken Zuwachs zu verzeichnen haben. Zwar konnte Bayern mit rund 1,75 Gigawatt den Spitzenplatz dennoch behaupten, aber bereits auf Platz 2 findet sich Brandenburg, wo knapp ein Gigawatt zugebaut wurde. Der Zuwachs im Osten Deutschlands erfasst alle Größensegmente, treibende Kraft sind aber auch hier die Großanlagen auf Freiflächen. Nicht klar auszumachen sind bislang die Gründe für das rückläufige Wachstum in den bislang führenden Bundesländern. Eine starke Nachfrage im ersten Quartal 2012 spricht zumindest nicht für eine Sättigung des Marktes. Plausibel erscheint hingegen die Annahme, dass die Installationsbetriebe während der Jahresendrallye überlastet waren und daher einige Aufträge nicht rechtzeitig abgearbeitet werden konnten.

Rückgang im Jahr 2012 erwartet

Das Marktforschungsinstitut EuPD rechnet im Jahr 2012 mit einem Zubau von knapp sechs Gigawatt. Die Marktforscher gehen davon aus, dass aufgrund sinkender Photovoltaik Preise ein Betrieb auch ohne Förderung rentabel sein wird. Eine positive Zukunftsprognose, über die sich Zulieferer und Montagebetriebe mehr freuen werden als die deutschen Modulhersteller, die davon vermutlich weniger profitieren werden.

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