Bundesnetzagentur: 292 Megawatt Zubau im August

Die Bundesnetzagentur hat die Zahlen zum Zubau der Photovoltaik im August 2013 veröffentlicht. Insgesamt wurden danach 292 Megawatt neu installiert. Diese verteilen sich auf rund 10.000 neue Kleinanlagen, es wurde keine einzige Photovoltaikanlage mit einer Leistung von mehr als zehn Kilowatt installiert. Damit werden beide wichtigen Trends des bisherigen Jahresverlaufs bestätigt. Der Zubau hat sich bei rund 300 Megawatt pro Monat eingependelt, einzig der Februar bildete mit lediglich 210 Megawatt einen Ausreißer nach unten. Ebenfalls im Trend liegt, dass der Markt für größere Anlagen vollständig zusammengebrochen ist.

Einspeisevergütung an der Schmerzgrenze

Zehn Cent pro Kilowattstunde scheint für die Einspeisevergütung auch eine psychologisch wichtige Grenze zu sein. Als der Fördersatz für größere Anlagen diese Grenze nach unten durchbrach, kam der Zubau in diesem Segment nahezu vollständig zum Erliegen. Im Oktober wird auch die Einspeisevergütung für Kleinanlagen infolge der monatlichen Degression unter diese Marke fallen, was zu einem weiteren Rückgang des Zubaus führen könnte. Das Tempo der Degression wird nach ersten Prognosen ab November aufgrund des geringeren Zubaus zurückgehen, vermutlich auf 1,4 Prozent pro Monat. Ob dadurch allerdings die Nachfrage stabilisiert wird, ist mehr als fraglich.

Unsichere Zukunftsaussichten für die Photovoltaik

Zumindest in Deutschland blickt die Photovoltaik derzeit einer ungewissen Zukunft entgegen. Die weltweiten Prognosen sind durchaus positiv, im nächsten Jahr wird erstmals mit einem Zubau von über 40 Gigawatt gerechnet. Das deutsche Fördermodell über das EEG könnte sich aber als Auslaufmodell erweisen. Die EU sieht darin eine Wettbewerbsverzerrung und möchte nach dem Willen des Wettbewerbskommissars Almunia künftig nur noch eine Direktvermarktung erlauben. Zulässig soll lediglich eine zeitlich befristete Förderung nach dem Vorbild der Marktprämie sein, allerdings mit einigen erheblichen Unterschieden zum bisherigen Marktintegrationsmodell. Gefördert werden danach nur noch feste Kontingente, die nach einem Bietermodell versteigert werden. Wer die niedrigste Förderung pro Kilowattstunde verlangt, erhält den Zuschlag. Private Haushalte werden dann kaum noch zum Zuge kommen. Die gegenwärtig vermeintlich zu hohe Förderung hat die EU übrigens anhand der Zahlen aus dem Jahr 2011 festgestellt. Damals wurden erneuerbare Energien in der EU insgesamt mit etwa 30 Milliarden Euro gefördert. Der Einbruch der Märkte, insbesondere in Italien und Spanien, bleibt in der Analyse daher bislang weitgehend unberücksichtigt. Abzuwarten bleibt auch, was im Koalitionsvertrag der nächsten Bundesregierung zur Energiewende stehen wird. Nimmt man den Wahlkampf als Maßstab, scheint das Thema auf der Prioritätenliste aller Parteien weiter nach unten gerutscht zu sein.

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