Photovoltaik-Jobs: Hoher Verlust von Arbeitsplätzen

Eine Studie, die mehrere Institute im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gemeinsam durchgeführt haben, weist für das Jahr 2013 einen Rückgang der Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien um sieben Prozent aus. Die Entwicklung in den einzelnen Marktsegmenten verlief dabei höchst unterschiedlich. Im Bereich Photovoltaik brach die Zahl der Beschäftigten dramatisch ein, während die Windenergie sogar für zusätzliche Arbeitsplätze sorgte. In den übrigen Bereichen waren nur geringe Änderungen gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen.

Photovoltaik verliert fast die Hälfte der Arbeitsplätze

2012 lag die Zahl der Jobs in der Photovoltaikbranche noch leicht über 100.000, ein Jahr später war sie auf 56.000 gesunken. Unerwartet kam dieser Rückgang nicht. Nachdem mehrere Jahre lang ein Zubau in der Größenordnung von 7.5 Gigawatt zu verzeichnen war, brach der Zubau 2013 auf nur noch 3,3 Gigawatt ein. Dieser Einbruch war politisch gewollt, eigentlich war dieses Zubautempo schon seit Jahren angestrebt worden. Insbesondere Montagebetriebe und Planungsbüros waren von diesem Rückgang betroffen. Einige verschwanden vom Markt, die übrigen mussten Personal abbauen. Insgesamt gingen die Inlandsinvestitionen in die Photovoltaik um 62 Prozent zurück. Da die Systemkosten auch im Jahr 2013 erneut gesenkt werden konnten, fiel dieser Rückgang noch stärker aus als der Einbruch der neu installierten Leistung.

Zukunftschancen im Export

Die Studie geht von einem weiterhin schrumpfenden Inlandsmarkt für die Photovoltaik aus. Die Autoren vermuten, dass der jährliche Zubau sich auf dem politisch angestrebten Niveau von 2,5 Gigawatt einpendeln wird. Es gab im Wesentlichen zwei Gründe dafür, dass die angestrebten Werte in der Vergangenheit regelmäßig weit überschritten wurden. Die anfangs recht großzügig bemessene Einspeisevergütung erlaubte sehr hohe Renditen, außerdem sanken die Kosten für Neuinstallationen sehr schnell. Beides ist in Zukunft nicht mehr zu erwarten, eine Wiederholung des Booms der Vergangenheit auf dem inländischen Markt ist daher sehr unwahrscheinlich. Demgegenüber wird weltweit mit einer deutlich steigenden Nachfrage gerechnet, sowohl in Asien und Afrika als auch in Süd- und Nordamerika. Nach Auffassung der Autoren der Studie können deutsche Projektentwickler davon stark profitieren. Hilfreich sei dabei auch die angekündigte Umstellung der inländischen Förderung auf ein Ausschreibungsverfahren, weil Unternehmen dadurch besser auf den internationalen Wettbewerb vorbereitet seien. Das klingt allerdings eher nach einer jener Nettigkeiten, mit denen Verfasser von Studien ihre Auftraggeber gerne bedenken. Als Alarmzeichen für die Photovoltaikbranche dürfte zu werten sein, dass inzwischen rund ein Drittel der Arbeitsplätze im Bereich erneuerbare Energien auf den Betrieb und die Wartung von Bestandsanlagen entfällt. Hier ist der langfristige Personalbedarf bei Biomassekraftwerken und Windrädern deutlich höher.

Neuen Kommentar schreiben