Weitere Kürzung der Solarförderung in Frankreich

Die Photovoltaik Förderung in Frankreich wird erneut gekürzt. Abhängig von der Leistung und der Bauart der Anlagen sinkt die Einspeisevergütung um 2,6 bis 9,5 Prozent. Allerdings bleibt die Förderung auch nach diesen Kürzungen auf einem relativ hohen Niveau. Für private Dachanlagen mit maximal 9 Kilowatt werden nun 37,06 Cent pro Kilowattstunde vergütet, was einer Kürzung um 4,5 Prozent entspricht. Für größere Dachanlagen bis 36 Kilowatt sinkt die Einspeisevergütung auf 32,42 Cent. Trotz der vergleichsweise hohen Förderung fiel der Zubau im ersten Quartal 2012 relativ bescheiden aus. Private Dachanlagen wurden mit einer Gesamtleistung von rund 37 Megawatt zugebaut, bei anderen Anlagen betrug der Zubau knapp über 100 Megawatt.

Nachholbedarf in Frankreich

Frankreich hat Probleme, die Vorgaben der EU zu erfüllen, die bis 2020 einen Anteil von 20 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien vorschreiben. Die französische Energiepolitik hat sehr lange nahezu ausschließlich auf Atomkraft gesetzt. Diese schien de facto unbegrenzt zur Verfügung zu stehen, weswegen beispielsweise auch in sehr großem Umfang mit Strom geheizt wird. Der Stromverbrauch pro Kopf ist daher sehr hoch, damit ist auch die 20 Prozent Hürde in absoluten Zahlen entsprechend höher. Auch aus diesem Grund beinhaltet die französische Solarförderung Elemente, die auch für ausländische Investoren attraktiv sind. An erster Stelle ist hier sicherlich die automatische Anpassung der Einspeisevergütung an die Teuerungsrate zu nennen. Auch die Steuerbefreiung für die Materialkosten für Dachanlagen, die zusätzlich zur Einspeisevergütung gewährt wird, ist eine französische Spezialität. Das französische Energieministerium legte kürzlich einen Gesetzentwurf vor, der einen nochmaligen zehnprozentigen Aufschlag auf die Förderung vorsieht, wenn die Photovoltaikanlage aus europäischer Produktion stammt. Ursprünglich sollte dies noch vor den Präsidentschaftswahlen umgesetzt werden, wurde aber vorerst zurückgestellt. Günstig wirkt sich darüber hinaus aus, dass Frankreich eine deutlich höhere Sonneneinstrahlung als Deutschland aufweist. Selbst verglichen mit deutschen Toplagen ist die Stromproduktion einer Anlage bei gleicher Nennleistung im Durchschnitt um rund 30 Prozent höher. In den südlichen Regionen und auf Korsika werden noch höhere Werte erreicht. Trotz der aktuellen Kürzungen ist Frankreich daher der potenziell größte Wachstumsmarkt der Photovoltaik in Europa. Wozu allerdings angesichts rigider Kürzungen in den übrigen großen Ländern nicht allzu viel gehört.

Regionale Unterschiede

Auf die Einspeisevergütung wird in den unterschiedlichen französischen Departements ein Aufschlag von bis zu 20 Prozent gewährt, um die geringere Sonneneinstrahlung in nördlichen Landesteilen zu kompensieren. Eine interessante politische Entscheidung, die den Zubau nicht auf die besonders geeigneten Regionen konzentrieren will, sondern gleichmäßig auf das Land verteilen soll. Zumindest lassen sich die regenerativen Energien leichter in die bestehenden Stromnetze integrieren, wenn der Strom nicht quer durch das Land transportiert werden muss.