Solarförderung in Indien

Indien setzt bei der Stromversorgung entlegener Regionen und Dörfer verstärkt auf die Photovoltaik. Die Förderung dieser netzunabhängigen Photovoltaik Anlagen erfolgt über eine direkte Bezuschussung der Anschaffung. Bis zu 30 Prozent der durchschnittlichen Anschaffungskosten werden als Zuschuss gewährt. Darüber hinaus ist eine Finanzierung über zinsgünstige Kredite möglich. Wie das Ministerium für neue und erneuerbare Energien (MNRE) jetzt mitteilte, werden die Kreditzinsen für Finanzierungen auf fünf Prozent begrenzt.

Elektrifizierung in der Fläche

Indien hat andere Probleme als beispielsweise europäische Industriestaaten, entsprechend anders werden die Schwerpunkte der Förderung gesetzt. Es existieren noch zahlreiche Dörfer, die nicht an das Stromnetz angeschlossen sind. Allein im Jahr 2011 wurde in 965 Dörfern eine Beleuchtung installiert, die über eine Photovoltaik Anlage mit Strom versorgt wird. Solche dezentralen Projekte, die zumindest eine Grundversorgung mit Strom auch in der Fläche sicherstellen, sollen durch die neue Förderung vorangetrieben werden. Besonders stark gefördert werden daher Anlagen mit angeschlossenem Stromspeicher, die auch nachts Strom liefern können. Hierfür wird eine Förderung von etwa 1,30 Euro pro Watt Nennleistung gewährt. Für Anlagen ohne einen solchen Speicher beträgt die Förderung nur rund einen Euro pro Watt. Für private Photovoltaik Anlagen ist die Förderung auf eine maximale Leistung von einem Kilowatt begrenzt. Anders sieht es aus, wenn mit dem Strom der Anlage eine Pumpe zur Trinkwasserversorgung betrieben werden soll. In diesem Fall sind maximal fünf Kilowatt förderfähig. Auch dies ist ein Beispiel dafür, dass die Photovoltaik in Indien zu gänzlich anderen Zwecken als beispielsweise in Deutschland genutzt wird.

Einspeisungen ins Stromnetz

Auch das ist in Indien möglich, allerdings scheinen netzgekoppelte Anlagen eher ein Randthema zu sein. Die Vergütung für eingespeisten Strom ist im internationalen Vergleich sehr niedrig, nur rund zwölf Cent werden pro Kilowattstunde vergütet. Die Vergütungssätze sind damit in wenigen Jahren um mehr als die Hälfte gefallen. Dementsprechend betrug der Zubau im Jahr 2011 lediglich 180 Megawatt. Die Kürzungen der Förderung sind teilweise darauf zurückzuführen, dass sich ein industriepolitisch gewünschter Nebeneffekt nicht einstellte: Indische Hersteller von Photovoltaik Modulen beklagen eine sehr geringe Auslastung ihrer Produktionskapazitäten, weniger als 15 Prozent sind nicht unüblich. Die Hoffnung, den Absatz durch eine Förderung der Photovoltaik anzukurbeln, hat sich zerschlagen. Projektentwickler setzen vorrangig auf ausländische Module. Das klingt recht vertraut, allerdings sind die Gründe andere als in Deutschland. Indien weist eine hohe Sonneneinstrahlung und hohe Durchschnittstemperaturen auf. Unter diesen Bedingungen sind Dünnschichtmodule den kristallinen Modulen, die in Indien ausschließlich hergestellt werden, deutlich überlegen. Auf dem Weltmarkt können die indischen Anbieter nicht mit dem Preis-Leistungsverhältnis der chinesischen Konkurrenz mithalten.