Solarförderung in Dänemark: Neuregelungen aufgrund hohem Photovoltaik Zubau

Auch in Dänemark verzeichnet die Photovoltaik hohe Zuwachsraten, allerdings ist das Ausgangsniveau deutlich niedriger als in Deutschland. Ein Blick auf die letzten drei Jahre verdeutlicht das: Im Jahr 2009 wurden 1,2 Megawatt zugebaut, im Jahr 2010 waren es 2,4 Megawatt und 2011 war der Zubau bereits auf 9,6 Megawatt gestiegen. Ende 2012 wird die installierte Gesamtleistung etwa 50 Megawatt betragen. Verglichen mit Deutschland, wo der jährliche Zubau in den letzten Jahren immer mehr als 7 Gigawatt betrug, ist das sehr wenig. Die dänische Regierung steht vor einem Dilemma. Einerseits verfolgt sie ehrgeizige Zubauziele, bereits 2020 sollen erneuerbare Energien die Hälfte des Stroms liefern. Andererseits sieht sie es mit gemischten Gefühlen, dass die Photovoltaik innerhalb des Marktsegments der erneuerbaren Energien deutlich zuzulegen beginnt.

Das hat einen einfachen Grund: Nahezu die gesamte Technik muss importiert werden, während bei Wind- und Wasserkraft ein großer Teil der Wertschöpfung im eigenen Land stattfindet. In Deutschland waren die Ministerpräsidenten der Bundesländer mit zahlreichen Photovoltaik Betrieben die wichtigsten Fürsprecher der Branche während der Auseinandersetzungen der letzten Monate. In Dänemark fehlen diese Fürsprecher mit vitalem wirtschaftlichem Eigeninteresse. Die jetzt beschlossene Neuregelung der Photovoltaik Förderung spiegelt diesen Zwiespalt wieder.

Abstriche von der Rekordförderung

In gewissem Sinne gilt für die Förderungen das exakte Gegenteil dessen, was oben zum Zubau gesagt wurde. Während der Zubau von einem sehr niedrigen Niveau aus deutlich steigt, sinkt die Förderung von einem sehr hohen Niveau aus deutlich. In Dänemark ist der Strompreis mit rund 30 Cent pro Kilowattstunde europaweit am höchsten, weswegen sich ein hoher Eigenverbrauch besonders lohnt. Bislang galt eine sehr merkwürdige Definition von „Eigenverbrauch“, bei der für private Kleinanlagen eigentlich überhaupt nicht mehr klar ist, worin denn nun der Unterschied zur Einspeisung besteht: Betreiber von Solaranlagen konnten ihren Strom im Netz einfach parken. Sie konnten Strom im Sommer einspeisen und im Winter wieder abrufen. Diese Verrechnung von eingespeistem und bezogenem Strom nennt sich Net Metering. Die wesentliche Neuerung des neuen Fördermodells besteht darin, dass eingespeister und bezogener Strom künftig nicht mehr auf Jahresbasis bilanziert werden, sondern auf Stundenbasis. Damit ist ein Eigenverbrauch nur noch sehr zeitnah zur Erzeugung des Stroms möglich.

Ein bisschen Deutschland, ein bisschen Schweiz

Ansonsten werden Neuregelungen eingeführt, die aus anderen Ländern bereits bekannt sind. Aus Deutschland wird die regelmäßige Degression der Einspeisevergütung übernommen. Gegenwärtig beträgt die Einspeisevergütung 17,4 Cent pro Kilowattstunde, bis 2014 wird sie auf 15,55 Cent sinken. Die weitere Degression wird sich - anders als in Deutschland - nicht nach dem Zubau richten. Stattdessen wird die Vergütung den fallenden Modulpreisen angepasst. Ein ähnliches Modell wendet die Schweiz unter der Bezeichnung „Kostendeckende Einspeisevergütung“ bereits länger an.