Rekordjahr für Photovoltaik in Österreich

Der Zubau an Photovoltaik Anlagen konnte in Österreich mehrere Jahre in Folge deutlich gesteigert werden. Zurückzuführen ist dies auf eine Erhöhung des Fördervolumens. Anders als in Deutschland ist das jährliche Förderbudget in Österreich gedeckelt. Eine PV-Anlage muss vor der Installation angemeldet werden, Förderzusagen werden nur im Rahmen des verfügbaren Budgets erteilt. Das Potenzial der Photovoltaik ist daher noch erheblich größer als der tatsächliche Zubau, allein in den letzten fünf Jahren wurden 28.000 Förderanträge abgelehnt. Auf diese Weise hat sich eine bis ins Jahr 2016 reichende Warteliste aufgebaut. Der aktuell beschleunigte Zubau ist auch darauf zurückzuführen, dass ein einmaliges Zusatzbudget bereitgestellt wurde, um diesen Rückstau zumindest teilweise abzubauen.

Schneller Zubau seit 2009

Bis zum Jahr 2008 wurden in Österreich jährlich nur wenige Megawatt zugebaut, bis dahin war das Jahr 2003 mit einem Zubau von 6,5 Megawatt das Rekordjahr. Im Jahr 2009 stieg der Zubau aufgrund der großzügigeren Förderung auf rund 20 Megawatt, im Jahr 2010 war mit ungefähr 42 Megawatt erneut ein erheblicher Anstieg zu verzeichnen. Dieser Boom hielt in der Folge an. 2011 wurde die Grenze von 90 Megawatt übersprungen, 2012 werden es vermutlich 230 Megawatt sein.

Die Fördersituation in Österreich

Das Fördersystem in Österreich ist recht komplex und kennt einige Sonderfälle. Der Normalfall ist die so genannte Ökostromtarifförderung, die für Anlagen mit einer Leistung ab fünf Kilowatt gilt. Im Jahr 2013 wird die Einspeisevergütung für Dachanlagen bis zu einer Leistung von 500 Kilowatt 18,12 Cent pro Kilowattstunde betragen. Hinzu kommt ein Investitionszuschuss für die Anlage von 30 Prozent, maximal jedoch 200 Euro pro Kilowatt. Der Bundesverband Photovoltaic Austria hat berechnet, dass dies einer effektiven Einspeisevergütung von 20,2 Cent pro Kilowattstunde entspricht. Für Anlagen auf Freiflächen beträgt die Einspeisevergütung 2013 immerhin 16,59 Cent. Damit ist die Förderung deutlich attraktiver als in Deutschland. Allerdings nur für Anlagenbetreiber, die schnell genug sind und sich noch Mittel aus dem auf acht Millionen Euro beschränkten Fördertopf sichern können. Wer zu spät kommt, geht meist leer aus, aber nicht immer. Zusätzlich zu den Fördergeldern für die Ökostromtarifförderung steht ein Budget von 19 Millionen Euro zur Verfügung, das flexibel auf Windkraftanlagen, kleine Wasserkraftwerke und Photovoltaik Anlagen verteilt wird, die wegen der Mittelbegrenzung ansonsten leer ausgingen. Wer in diesen Topf fällt, kann immerhin noch mit einer Einspeisevergütung von 18 Cent rechnen.

Sonderprogramm für Inselanlagen

Die schwer überschaubare Vielfalt von Sonderprogrammen für spezielle Anlagen wurde mittlerweile deutlich reduziert. Ausgelaufen sind beispielsweise spezielle Fördermaßnahmen für die gebäudeintegrierte Photovoltaik und für Anlagen auf öffentlichen Gebäuden der Kommunen. Übrig geblieben ist jedoch ein Programm zur Förderung von Inselanlagen ohne Einspeisung ins öffentliche Stromnetz. Die Basisförderung beträgt 30 Prozent der Investitionssumme, eine höhere Förderung ist für ökologisch besonders wertvolle Projekte möglich.

Kritikpunkte des Bundesverbandes Photovoltaic Austria

Grundsätzlich ist der Bundesverband aufgrund des rasch ansteigenden Zubaus erwartungsgemäß positiv gestimmt, aber auch das Fördermodell in Österreich bietet der Branche einigen Anlass zur Kritik. Eine österreichische Spezialität sind die zahlreichen Fördertöpfe, zwischen denen die Gelder verschoben werden und dabei auf wundersame Weise teilweise zu verschwinden scheinen. Jedenfalls hat der Bundesverband Photovoltaic Austria berechnet, dass immerhin 30 Millionen Euro der bereitgestellten Fördergelder nie ausbezahlt wurden, sehr wohl aber der EU als ausbezahlte Fördergelder gemeldete wurden. Kritisiert wird auch, dass die Fördergelder regelmäßig bereits wenige Minuten nach Beginn der Antragsfrist komplett vergeben sind und damit über lange Zeiträume keine neuen Projekte möglich sind. Auch das ist eine österreichische Spezialität. Sehr vertraut klingt hingegen die Kritik an den ständigen Änderungen der Förderbedingungen. Festgeschrieben wird die Förderung meist für nur ein Jahr, danach behält sich die Regierung eine grundlegende Neubewertung der Lage vor. So sei es den Unternehmen kaum möglich, in eine langfristige Ausbildung dringend benötigter Fachkräfte zu investieren.

Bildquelle: Bundesverband Photovoltaic Austria