Potential für Solarfassaden (GIPV) noch lange nicht ausgeschöpft

Solarfassaden müssen bereits im Entwurf des Architekten berücksichtigt werden. Bauherren müssen sich in dieser Phase mit vielerlei Problemen befassen, die Energiebilanz während des gesamten Nutzungszyklus des Gebäudes zählt üblicherweise nicht dazu. Hinzu kommt, dass die Baukosten durch eine Solarfassade steigen. Mag sich das auch langfristig rechnen – kurzfristig müssen Bauherren zunächst den Eigenkapitalanteil des Bauprojekts aufbringen und eine Finanzierung erhalten. Zusätzliche Kosten kommen zu diesem Zeitpunkt sehr ungelegen.

GIPV kann sogar Kosten sparen

Die gebäudeintegrierte Photovoltaik (GIPV) hat ihren Preis, spart aber an anderer Stelle bereits während des Bauprojekts Kosten, da Photovoltaik Module in den Fassaden einige angenehme Nebeneffekte haben. So leisten sie beispielsweise gute Dienste als effektive Wärme- und Feuchtigkeitsdämmung. Darüber hinaus stellen mehrschichtige Photovoltaik Module einen effektiven Schallschutz dar. Semitransparente Module gestatten es auch, die Sonneneinstrahlung ins Gebäude aktiv zu steuern. Sie leisten so im Sommer einen Beitrag zur Klimatisierung der Innenräume.

Innovative Finanzierungsmodelle sind gefragt

Das Problem lässt sich kurz auf den Punkt bringen: GIPV rechnet sich langfristig, erfordert aber Anfangsinvestitionen zu einem Zeitpunkt, wenn Bauherren diese zusätzlichen Mittel oft nicht aufbringen können oder wollen. In den USA werden einige erfolgreiche Finanzierungsmodelle praktiziert, die alle eines gemein haben: Die anfänglichen Investitionen trägt nicht der Bauherr, sondern ein Investor. Als Investor kommen zunächst die Hersteller der Photovoltaik Module in Betracht. Diese Übernehmen die Installationskosten, die der Besitzer des Gebäudes in Form von Strom- oder Heizkosten zurückzahlt. Auch eine Abtretung der Vergütung für den eingespeisten Strom kann Bestandteil der Rückzahlungsvereinbarung sein. In Kalifornien wird dieses Modell für Dachanlagen erfolgreich praktiziert. Dort gehören 40 Prozent der Photovoltaikanlagen nicht den Gebäudebesitzern, sondern Unternehmen. Der Erfolg dieses Modells ist kein Zufall: So garantiert beispielsweise das Unternehmen SunCity, dass der Kunde vom ersten Tag an Geld spart. Das bedeutet, dass die Summe aus Rückzahlung und Energiekosten nie höher ist als die Energiekosten vor der Installation der Anlage. Auch Energieversorger, der Bund, die Länder oder die Kommunen könnten in Deutschland als Investoren auftreten. Die Rückzahlung kann in diesem Fall über die Strom- oder Heizrechnung erfolgen. (av)

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