Photovoltaik-Zubau 2012 in Frankreich und Mexiko

Die Photovoltaik verbreitet sich allmählich weltweit. In zahlreichen Ländern beschränkt sich der Photovoltaik-Zubau im Wesentlichen noch auf wenige Musterprojekte, Mexiko ist ein Beispiel dafür. Typisch ist dort der sehr pragmatische Umgang mit dieser Technologie. Meist dient die Photovoltaik dazu, Lücken in der bestehenden Stromversorgung zu schließen oder die Abhängigkeit von Rohstoffimporten zu senken. Natürlich werden die Photovoltaik-Projekte auf Klimagipfeln und zu sonstigen Anlässen als Beiträge zum Klimaschutz präsentiert, aber diese Imagepflege ist eher ein Mitnahmeeffekt. Dass bestehende Stromerzeugungskapazitäten zugunsten alternativer Energien stillgelegt werden, ist eher die Ausnahme als die Regel.

So erklärt sich auch, dass die oft stolz vorgerechneten CO2-Einsparungen durch erneuerbare Energien keinen Niederschlag in den rasch zunehmenden absoluten Zahlen der weltweiten Emissionen von klimaschädlichen Gasen finden. Erneuerbare Energien dienen meist dazu, den wachsenden Energiebedarf zu decken. Die errechneten Einsparungen sind rein virtuell. Vergleichsmaßstab sind die Emissionen, die verursacht würden, wenn der zusätzliche Energiebedarf aus fossilen Quellen gedeckt würde. Noch steigt der weltweite Energiebedarf schneller als der Anteil regenerativer Energien, unter dem Strich steht also ein Anstieg der Emissionen.

Wachstum der Photovoltaik um 100 Prozent in Mexiko

Das klingt nach viel, aber letztlich wurden im gesamten Jahr 2012 nur 14 Megawatt zugebaut. Der größere Anteil davon entfällt auf wenige Solarkraftwerke mit Leistungen zwischen einem und fünf Megawatt. Insgesamt befinden sich in Mexiko kleinere Privatanlagen mit einer Leistung von nur 2,5 Megawatt in Betrieb. Aber immerhin ist auch hier ein Aufwärtstrend erkennbar, zwei Drittel davon wurden allein im letzten Jahr in Betrieb genommen. Bemerkenswert ist, dass diese Zunahme gänzlich ohne staatliche Förderung erreicht wurde. Eine für Mittel- und Südamerika typische Situation. Die große Ausnahme bildet Brasilien, das im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft ein wenig an seinem Image arbeitet und auch einige Umweltschutzprogramme aufgelegt hat. Ebenfalls typisch für die Region ist, dass in Mexiko einige Inselanlagen zur Elektrifizierung abgelegener Ortschaften in Betrieb genommen wurden. Wie viele genau, weiß niemand. Die Gesamtleistung dieser Inselanlagen wird auf etwa drei Megawatt geschätzt.

Rückgang in Frankreich

Die Entwicklung in Frankreich war 2012 in mancher Hinsicht typisch für Europa, mit Ausnahme von Deutschland. Gegenüber 2011 brach der Zubau in Frankreich deutlich ein, war aber noch immer höher als in allen früheren Jahren. Exakt dasselbe gilt auch für die EU insgesamt. Zugebaut wurde 2012 fast genau ein Gigawatt, was gegenüber 2011 einem Rückgang um 37 Prozent entspricht. Insgesamt beträgt die installierte Leistung damit rund 3,5 Gigawatt, der Anteil an der gesamten Stromerzeugung bleibt damit unter einem Prozent. Eine verbesserte Förderung ist bereits beschlossen worden, um diesen Anteil deutlich zu steigern.

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