Photovoltaik in Spanien, Großbritannien und China: Anpassungen und Pläne

Die Photovoltaik Märkte verlagern sich. In Europa besteht eine Tendenz zur Senkung der Förderung, die teilweise auch der Lage der öffentlichen Haushalte geschuldet ist. In den so genannten Schwellenländern gewinnt die Photovoltaik dagegen an Bedeutung. Oft steht der Aufbau einer sicheren Energieversorgung im Vordergrund, ökologische Motive sind allenfalls von nachrangiger Bedeutung.

Spanien und Großbritannien kürzen die Solarförderung

In Großbritannien gehen die hektischen Veränderungen an den Fördermaßnahmen für regenerative Energien weiter. Ursprünglich setzte das Land auf ein reines Quotenmodell zur Förderung erneuerbarer Energien, hat dann aber zahlreiche Ausnahmen eingeführt, in denen nun doch wieder eine Einspeisevergütung gezahlt wird. Eine britische Spezialität ist die Förderung privater Photovoltaik Anlagen über Emissionszertifikate. Diese Förderung wird jetzt geringfügig reduziert, darüber hinaus wurde eine regelmäßige Degression für die nächsten vier Jahre beschlossen. Letzteres dürfte allerdings vollkommen irrelevant sein, da bislang in Großbritannien noch kein Beschluss über so lange Zeit bestand hatte. Auch die aktuellen Kürzungen sind insofern außerplanmäßig, weil der Zubau in den letzten Monaten so gering war, dass nach einer früher festgelegten Systematik eigentlich keine Kürzung angestanden hätte. Die Branche beklagt daher auch, dass es keine Planungssicherheit gebe, wenn ständig im Abstand weniger Monate Änderungen an der Förderung vorgenommen werden. Das beklagt sie schon seit Jahren. Ständig. Im Abstand weniger Monate. Nichts Neues also aus Großbritannien.

Sehr wohl aber aus Spanien. Dort wird eine Steuer von sieben Prozent auf die Erträge der Stromversorger eingeführt. Diese gilt für Konzerne und private Anlagenbetreiber gleichermaßen. Anders als Konzerne können die Anlagenbetreiber die neue Steuer aber nicht über die Preise auf die Verbraucher abwälzen, sie beziehen unverändert die Einspeisevergütung, von der nun besagte sieben Prozent abzuführen sind. Befürchtet wird, dass dies so manchen Finanzierungsplan für Photovoltaik Anlagen zu Fall bringen wird. Spanien subventioniert die Strompreise der Verbraucher, die dazu notwendigen Mittel sind infolge steigender Strompreise deutlich gestiegen. Diese Mehraufwendungen sollen durch die neue Steuer ausgeglichen werden. Wie diese Rechnung aufgehen soll, wenn die Stromkonzerne die Steuer auf die Preise umlegen, erschließt sich allerdings nicht wirklich.

China setzt auf dezentrale Stromversorgung durch Photovoltaik

China will künftig nicht nur als weltgrößter Produzent von Photovoltaik Modulen auftreten, sondern auch selbst verstärkt die Photovoltaik nutzen. Außerhalb der Ballungsräume sollen dezentrale Anlagen für eine sichere Stromversorgung sorgen. Die Ökobilanz des derzeit größten CO2-Verursachers wird dadurch nicht wesentlich verbessert, weil keine bestehenden Kraftwerke ersetzt werden, sondern primär Versorgungslücken geschlossen werden sollen. Ein Erfahrung, die auch schon die Automobilindustrie gemacht hat. Selbst ein Drei-Liter-Auto vermindert nicht die Emissionen, wenn es ein Fahrrad ersetzt.