Photovoltaik Leistung in Frankreich steigt auf 3,6 Gigawatt

In Frankreich wurden im ersten Halbjahr 2012 rund 0,7 Gigawatt an Photovoltaik Anlagen zugebaut. Das entspricht einem Rückgang von acht Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2011. Insgesamt beläuft sich die installierte Leistung damit nun auf 3,6 Gigawatt. Die französische Regierung hat die Solarförderung im letzten Jahr mehrfach stark reduziert, insgesamt mussten Kürzungen von 35 Prozent hingenommen werden. Dass die Nachfrage dennoch weitgehend stabil geblieben ist, wird auf die gesunkenen Anschaffungskosten für die Solarmodule zurückgeführt.

Drastische Kürzungen im letzten Jahr

In der Tat fällt der Rückgang der Neuinstallationen mit acht Prozent angesichts der Rahmenbedingungen erstaunlich gering aus. Neben den erheblichen Kürzungen hatten die französischen Hersteller auch mit den höchst unklaren Zukunftsaussichten im Vorfeld der letzten Präsidentschaftswahlen zu kämpfen. Der damalige Herausforderer und heutige Präsident Hollande hatte angekündigt, im Falle eines Wahlsiegs den Anteil der Atomenergie deutlich zu senken und die regenerativen Energien auszubauen. Grundsätzlich ist das eine für die Branche sehr erfreuliche Nachricht – sie hat aber auch dazu geführt, dass einige Investoren zunächst abgewartet haben, um später von günstigeren Förderungen zu profitieren.

Branchenverband hofft auf neuen Präsidenten

Der französische Branchenverband SER (Syndicat des Energies Renouvelables) setzt große Hoffnungen auf den neuen Präsidenten Hollande. In nahezu allen Ländern tragen größere Freiflächenanlagen erheblich zum Zubau der Photovoltaik bei, was in Frankreich derzeit noch schwierig ist. Die Förderung mittels der Einspeisevergütung ist auf Anlagen mit einer Leistung von bis zu 100 Kilowatt beschränkt, für größere Anlagen kommt ein kompliziertes Ausschreibungsverfahren zur Anwendung. Potenzielle Investoren müssen sich demnach mit ungewissem Ausgang auf ausgeschriebene Projekte bewerben, deren Umfang darüber hinaus noch strikt beschränkt ist. Maximal 450 Megawatt können auf diesem Weg jährlich zugebaut werden. Der Branchenverband SER fordert, die Einspeisevergütung künftig für Anlagen bis 250 Kilowatt zu zahlen. Das Ausschreibungsvolumen für größere Projekte soll darüber hinaus von 450 auf 900 Megawatt pro Jahr verdoppelt werden.

Begünstigung europäischer Hersteller vom Tisch?

Chronologie eines Wahlkampfmanövers: Der damalige französische Präsident Sarkozy hatte angekündigt, für Strom aus Modulen französischer Hersteller einen zehnprozentigen Aufschlag auf die Förderung gewähren zu wollen. Es war schließlich Wahlkampf, und Sarkozy sagte dies im Februar anlässlich eines Besuches bei einem Photovoltaik Hersteller. Das wurde von seiner eigenen Regierung umgehend entschärft, gemeint gewesen seien selbstverständlich europäische Hersteller. Alles nur ein Missverständnis, wie üblich. Kurz darauf wurde mitgeteilt, ein entsprechender Erlass, der für Ende März angekündigt worden war, werde wegen „rechtlicher und technischer“ Probleme auf unbestimmte Zeit verschoben. Seitdem herrscht Schweigen.