Photovoltaik in Indien: Fast so viel Zubau wie in Deutschland

Im März 2013 wurden in Indien Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 240 Megawatt ans Netz angeschlossen. Damit bewegt sich der Zubau in etwa in deutschen Größenordnungen, hier wurden im selben Monat 290 Megawatt zugebaut. Die Differenz wird noch kleiner, wenn die Inselanlagen ohne Anschluss ans Stromnetz mitgezählt werden. In Deutschland spielen diese keine Rolle, in Indien wurden im März zusätzlich fast 17 Megawatt nicht netzgekoppelter Anlagen zugebaut. Insgesamt beläuft sich die installierte Leistung gegenwärtig auf mehr als 1,8 Gigawatt, rund die Hälfte davon wurde allein in den letzten zwölf Monaten installiert.

Gute Bedingungen in Indien

Indien hat eigentlich alles, was zum raschen Ausbau der Photovoltaik erforderlich ist. Die klimatischen Bedingungen sind nahezu optimal, die Globalstrahlung ist mit etwa 200 Watt pro Quadratmeter deutlich höher als in Deutschland. Auch an freien Flächen für Solarkraftwerke herrscht kein Mangel. Der Bedarf an Solarstrom ist ebenfalls sehr hoch, wofür es mehrere Gründe gibt. Als eine der am stärksten wachsenden Volkswirtschaften der Welt weist Indien einen rasch wachsenden Strombedarf auf. Darüber hinaus sind längst nicht alle ländlichen Regionen in die bestehenden Stromnetze integriert, weswegen Inselanlagen zur regionalen Stromversorgung eine große Rolle spielen. Insgesamt weisen die Anlagen ohne Netzanschluss schon eine Leistung von 125 Megawatt auf. Die Elektrifizierung abgelegener Dörfer wird durch Förderprogramme gegenwärtig forciert, weswegen diese Zahl von Monat zu Monat deutlich ansteigt. Teilweise werden Inselanlagen auch von Industrieunternehmen als Backup-Lösungen betrieben. Blackouts im Stromnetz kommen relativ häufig vor, weswegen zahlreiche Betriebe auf eine eigene Notstromversorgung setzen.

Schwierige Finanzierung von Solarprojekten

Schlechte Nachrichten sind allerdings auch zu vermelden. Die Finanzierung von Solarprojekten in Indien ist in jüngster Zeit deutlich schwieriger geworden. Die Einspeisevergütung für Solarstrom wurde im Eiltempo heruntergefahren, sie ist innerhalb von zwei Jahren auf weniger als die Hälfte gefallen. Indische Banken setzen wenig Vertrauen in die Photovoltaik, Risikoaufschläge von etwa zwei bis drei Prozent sind bei der Projektfinanzierung üblich. Damit steigen die in Indien ohnehin schon hohen Zinssätze für Solarprojekte auf typischerweise etwa 14 Prozent. Die Mehrzahl der Projekte wird daher über die deutlich günstigeren Exportförderkredite der Länder finanziert, aus denen die Module importiert werden. Dies stellt einen weiteren Wettbewerbsnachteil der ohnehin mit Qualitätsmängeln und Überkapazitäten kämpfenden einheimischen Modulhersteller dar, weswegen die Forderung nach Schutzzöllen auf importierte Module zunehmen lauter erhoben wird.

Bild By SolarGIS © 2011 GeoModel Solar s.r.o. [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons