Photovoltaik Hersteller kritisieren Anti-Dumping-Klage gegen China

Im Westen nichts Neues: Niemand bestreitet ernsthaft, dass die Preise chinesischer Photovoltaik Module unter normalen Wettbewerbsbedingungen kaum erklärbar sind und den dringenden Verdacht einer illegalen Subventionierung schüren. Aber wer davon profitiert, findet das ganz prima und die bei der EU eingereichte Klage wegen Dumpingpreisen daher alles andere als prima. Eigentlich ist zu diesem Thema längst alles gesagt, was nicht allzu sehr verwundert, weil letztlich nur ein Argument vorgetragen werden kann, um mögliche Gegenmaßnahmen gegen das Preisdumping abzulehnen: China könnte seinerseits Importhürden errichten. Diejenigen Unternehmen aus der Photovoltaik Branche, die eng mit chinesischen Herstellern verbunden sind, haben das schon gesagt.

Auch die Hersteller von Silizium – allen voran der Chemiekonzern Wacker – haben das schon gesagt. Und selbstverständlich haben es auch schon die Vertreter der deutschen exportorientierten Branchen gesagt, die mit Photovoltaik eigentlich nicht das Geringste zu tun haben, aber die Befürchtung hegen, in einen möglichen Handelskrieg hineingezogen zu werden. Nicht zu vergessen die amerikanische „Coalition for affordable Solar Energy“ (CASE), die sich als Interessenvertretung der Photovoltaik Kunden und Installationsbetriebe geriert, aber nahezu alle chinesischen Modulhersteller zu ihren Mitglieder zählt. Die hat das natürlich auch schon gesagt. Und wer fehlt jetzt noch? Natürlich der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), der auch die mittelständischen Zulieferer der Modulhersteller vertritt! Der hatte das bislang noch nicht gesagt. Das durfte natürlich nicht so bleiben!

VDMA kritisiert Protektionismus

Die rund 100 deutschen Zulieferer der Photovoltaik Hersteller aus dem Maschinenbau befinden sich in einer ähnlichen Lage wie der Chemiekonzern Wacker, der die chinesischen Hersteller mit Silizium beliefert: Beide profitieren von hohen Absatzzahlen der asiatischen Anbieter. Kein Wunder also, dass sich die Pressemeldungen beider zur Klage des Photovoltaik Hersteller Zusammenschlusses „EU ProSun“ kaum unterscheiden. Beide sprechen von Protektionismus und fordern einen freien Handel ohne staatliche Eingriffe. Neu ist nur die offensive Herangehensweise des VDMA an das Problem.

Legal? Illegal? Ganz egal!

Alle Vorredner schwiegen dezent zu der Frage, ob die Dumpingvorwürfe berechtigt sind. Der VDMA macht indes keinen Hehl daraus, dass ihn das überhaupt nicht interessiert: „Den chinesischen Solarherstellern wird vorgeworfen, ihre Produkte weltweit unter Herstellungskosten zu verkaufen. Das ist auf Dauer zwar ruinös, aber nicht prinzipiell verboten.“ Das klingt merkwürdig. Vielleicht sollte der Verband seinen Mitgliedern auch den Trick verraten, unter Herstellungskosten zu verkaufen und trotzdem hohe Gewinne auszuweisen? Genau das war zumindest bis zur Verhängung von Strafzöllen durch die USA der Fall. Leider sagt der VDMA zu diesem Thema nur das hier: „Wenn die richtigen Hebel in Bewegung gesetzt werden, kann in Deutschland konkurrenzfähig gegenüber chinesischen Wettbewerbern gefertigt werden“. Jetzt fehlen nur noch die Hebel.