Photovoltaik in Brasilien: Positive Entwicklung der Solarförderung

In Brasilien hat die nationale Energieagentur ANEEL neue Förderrichtlinien für Strom aus erneuerbaren Energien beschlossen, die auch für die Photovoltaik gelten. Damit bekommt die Photovoltaik eine zweite Chance in einem Land, in dem ihr Image alles andere als gut ist. Bereits vor 15 Jahren wurde die Photovoltaik in Brasilien in großem Stil als Instrument zur Elektrifizierung ländlicher Regionen eingesetzt. Diese Projekte endeten, wie viele andere Projekte in unterentwickelten Regionen auch: Irgendwann zogen die Helfer ab, die Anlagen wurden nicht mehr gewartet und fielen nach relativ kurzer Zeit aus. Das damalige Programm mit einem Budget von rund 70 Millionen US Dollar erwies sich somit als Fehlschlag, das Ansehen der Photovoltaik wurde in Brasilien nachhaltig geschädigt.

Die Fußball WM 2014 als zweite Chance

Dass die Photovoltaik nun ihre zweite Chance bekommt, liegt nicht nur daran, dass sie mittlerweile weltweit ihre Praxistauglichkeit unter Beweis gestellt hat. Auch die Fußball Weltmeisterschaft, die Brasilien in zwei Jahren ausrichten wird, hat zum Sinneswandel beigetragen. Mag sein, dass das Programm zur Förderung der regenerativen Energien in erster Linie als Teil der Imagekampagne des Landes im Rahmen der WM konzipiert ist. In jedem Fall kann es die Stromversorgung im Land langfristig deutlich verbessern.

Andere Länder, andere Probleme

Die brasilianische Stromversorgung hat in der Fläche längst nicht das Niveau der Industrieländer erreicht. Das Angebot an Strom ist regional sehr unterschiedlich, entsprechend ergeben sich auch erhebliche Preisunterschiede. Das Förderprogramm ist auf diese Situation zugeschnitten und unterscheidet sich daher von der in Europa üblichen Vorgehensweise. Kernelement des Programms ist das so genannte „Net-Metering“. Die Grundidee besteht darin, überschüssigen Strom ins Netz einzuspeisen und dafür eine Gutschrift gemäß dem lokalen Strompreis zu erhalten. Damit sind Photovoltaikanlagen dort besonders rentabel, wo der Strompreis besonders hoch ist. Wenn der Markt einigermaßen funktioniert, sollten das auch die Regionen sein, in denen einem geringen Angebot eine hohe Nachfrage gegenüber steht. Eine intelligente Idee der Steuerung des regionalen Zubaus, die zumindest in der Theorie überzeugend klingt. Man kann ihr nur wünschen, dass sie sich auch in der Praxis bewähren wird.

Die Photovoltaik ist auf dem amerikanischen Kontinent auf dem Vormarsch

Die Gründe dafür sind in den einzelnen Ländern höchst verschieden, aber der Umweltschutz spielt überall nur eine untergeordnete Rolle. Die USA sorgen sich um ihr Handelsbilanzdefizit aufgrund hoher Rohstoffimporte, Brasilien will endlich flächendeckend eine ausreichende Stromversorgung garantieren und Nicaragua will die bislang weit verbreiteten Dieselgeneratoren als dezentrale Stromquellen ablösen. Auch das hat rein wirtschaftliche Gründe: Die Belieferung mit Öl aus Venezuela zu deutlich reduzierten Preisen steht vor dem Aus. Die Aussicht, bald Weltmarktpreise für Öl zahlen zu müssen, hat zu einem Umdenken geführt.

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