Photovoltaik Anlagen für Mosambik

Benjamin Seckinger ist von der Carl-Duisberg-Gesellschaft für sein Projekt ausgezeichnet worden, in Mosambik kleine Photovoltaik Anlagen für den häuslichen Gebrauch herzustellen. Das Projekt war Thema seiner Abschlussarbeit im Fach Wirtschaftsingenieurwesen, das als gemeinsamer Studiengang der Hochschulen Ulm und Neu-Ulm angeboten wird. Gegenstand der Abschlussarbeit war nicht nur der theoretische Entwurf der Produktionsanlage, sondern auch die Umsetzung vor Ort in Mosambik. Die Carl-Duisberg-Gesellschaft zeichnet herausragende Arbeiten aus, die nachhaltige positive Entwicklungen in Entwicklungsländern anstoßen können, wobei soziale, ökonomische und ökologische Aspekte gleichrangig bewertet werden. Die Jury war einhellig der Auffassung, dass bislang noch niemals sämtliche Kriterien für die Preisvergabe so vollständig erfüllt worden seien, wie dies in Seckingers Arbeit der Fall ist.

Fehlende Stromversorgung

Mosambik verfügt über kein flächendeckendes Stromnetz, in weiten Teilen des Landes sind daher auch keine Elektrogeräte vorhanden. Bei den im Rahmen dieses Projekts hergestellten Photovoltaik Anlagen handelt es sich um Kleinstanlagen, die wenig mit den üblicherweise als „Inselanlagen“ bezeichneten lokalen Stromversorgungen gemein haben. Meist geht es nur darum, eine einzige Lichtquelle mit Strom zu versorgen. Ziel des Projekts ist auch die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe. Potenzielle Kunden sind also private Haushalte in der Region, für die die Anlagen erschwinglich sein müssen. Das gilt auch für die mit den Photovoltaik Anlagen zu betreibenden Lampen. Auch diese sind nicht vorhanden und werden ebenfalls vor Ort produziert. In Mosambik wird nur die Schlussmontage der einzelnen Komponenten vorgenommen, die ausnahmslos zugekauft werden müssen. Für eine höhere Fertigungstiefe fehlen derzeit noch die Voraussetzungen. Nicht zuletzt fehlt es auch an entsprechend qualifizierten Arbeitskräften, die Mitarbeiter mussten in wenigen Wochen für ihre Tätigkeit geschult werden.

Der Entwicklungshilfegedanke steht im Vordergrund

Betrachtet man die Produktionsstätte in Mosambik als Entwicklungshilfeprojekt, kann man die Begeisterung der Carl-Duisberg-Gesellschaft uneingeschränkt teilen: Die nachhaltigsten Entwicklungshilfeprojekte sind die, in denen im Land selbst Güter hergestellt werden, die den Lebensstandard erhöhen. Als Vorbild für weitere Elektrifizierungsprojekte in unterentwickelten Ländern taugt es jedoch nicht. Die Photovoltaik ist keine beliebig skalierbare Technologie. Werden die Anlagen zu klein, gehen alle ökonomischen und ökologischen Vorteile dieser Technologie verloren. Das gilt nicht nur in Ländern der Dritten Welt, sondern auch hierzulande. Solar betriebene Ladegeräte für Handys oder Laptops sind beispielsweise ein nettes Spielzeug, aber sowohl die Kosten als auch die CO2-Emissionen pro Kilowattstunde sind desaströs, wenn der Aufwand für die Produktion und den Transport in die Rechnung einbezogen wird. Wo immer möglich, sind in der Dritten Welt Inselanlagen zur Stromversorgung ganzer Ortschaften im Regelfall daher die bessere Wahl.