Kürzung der Einspeisevergütung um 10% Prozent zum 1. März in der Schweiz

Die Situation erinnert an die Lage in Deutschland: Auch die Schweiz fördert die Photovoltaik über eine Einspeisevergütung, deren Höhe einer automatischen Degression unterliegt. Und genau wie Deutschland wird die Schweiz einen außerordentlichen Kürzungsschritt zusätzlich vornehmen. Anfang des Jahres trat eine reguläre Kürzung um acht Prozent in Kraft. Der zusätzliche Kürzungsschritt wird zum 01. März wirksam werden und rund zehn Prozent betragen.

Kostendeckende Einspeisevergütung

Im Detail unterscheiden sich die Anpassungsmechanismen der Einspeisevergütung in der Schweiz von den deutschen Regelungen. Während in Deutschland die Degression der Vergütung vom Ausmaß des Zubaus der installierten Leistung abhängt, gilt in der Schweiz eine so genannte „Kostendeckende Einspeisevergütung“. Die Kosten einer Photovoltaikanlage werden regelmäßig anhand von Referenzanlagen ermittelt. Die Einspeisevergütung wird dementsprechend so angepasst, dass sie die aktuellen Kosten deckt. Mit der zusätzlichen Kürzung zum 01. März wird den gesunkenen Unterhaltskosten der Anlagen Rechnung getragen. Die sinkenden Anschaffungskosten wurden in der Absenkung zum Jahresanfang berücksichtigt. Da der Preisverfall jedoch unvermindert anhält, wurde eine erneute Überprüfung der Einspeisevergütung Mitte des Jahres bereits angekündigt. Schon mit der jetzt beschlossenen Absenkung wird die Einspeisevergütung in den ersten zwei Monaten des Jahres um rund 18 Prozent sinken.

Kommunale Fördermodelle

Die Einspeisevergütung in der Schweiz ist im Gegensatz zu ihrem deutschen Pendant strikt gedeckelt. Ist der Topf leer, werden neue Anlagen auf eine Warteliste gesetzt. Von der Einspeisevergütung profitieren sie erst, wenn wieder genügend Mittel zur Verfügung stehen. Das kann durchaus länger dauern, die Warteliste umfasst mittlerweile mehrere tausend Photovoltaikanlagen. Abhilfe schaffen bisweilen die Kommunen, die in der Schweiz über eine sehr weitreichende Finanzautonomie verfügen. Das führt zu einer Vielfalt regionaler Förderkonzepte. In Brienz wird beispielsweise der über den Eigenbedarf hinausgehende Strom mit dem Doppelten des aktuellen Strompreises vergütet. Selbst ohne die Einspeisevergütung amortisiert sich eine Photovoltaikanlage auf diese Weise in etwa zehn Jahren.

Großer Nachholbedarf

Bislang spielt die Photovoltaik in der Schweiz noch eine untergeordnete Rolle. Mit einer installierten Leistung von nur 30 Megawatt trägt die Photovoltaik lediglich 0,04 Prozent zum Stromverbrauch der Schweiz bei. Auch aus diesem Grund wird gegenwärtig keine Veranlassung gesehen, die Freiheit der Kommunen bei der zusätzlichen Förderung einzuschränken. Probleme mit der Netzstabilität aufgrund der Photovoltaik kennt die Schweiz noch nicht. Gemäß der Einschätzung des Schweizer Bundesamtes für Energie könnte der Anteil des Stroms aus Photovoltaikanlagen bis zum Jahr 2050 allerdings auf 20 Prozent steigen. (av)

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