Installierte Photovoltaik Leistung steigt in den USA auf 7,2 Gigawatt

Ende 2012 waren in den USA Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 7,2 Gigawatt installiert. Das Tempo des Zubaus nimmt dabei schnell zu, allein im letzten Jahr wurden mehr als 3,3 Gigawatt neu installiert, was gegenüber 2011 einem Wachstum um 76 Prozent entspricht. Der Trend scheint anzuhalten. Im Bereich der Großanlagen wurden im Januar 2013 erneut 267 Megawatt zugebaut, die sich auf 16 Kraftwerke verteilen. Damit erreicht die Gesamtleistung der großen Photovoltaik-Kraftwerke in den USA mehr als 4,4 Gigawatt, was ungefähr 60 Prozent der Gesamtleistung entspricht.

Bislang scheinbar keine Auswirkung der Strafzölle

Die von den USA verhängten Strafzölle gegen chinesische Hersteller haben das Wachstum der Photovoltaik im eigenen Land zumindest nicht in nennenswertem Umfang gebremst, Warnungen der Kritiker erwiesen sich als überzogen. Dass diese an sich gute Nachricht ausgerechnet in eine Zeit fällt, in der das europäische Anti-Dumpingverfahren gegen die chinesischen Hersteller in seine entscheidende Phase tritt, gefällt längst nicht jedem. Die zentralen Argumente der Gegner sind die vorhergesagten negativen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in den Importländern sowie drohende Gegenmaßnahmen Chinas. Passend dazu wurden pünktlich die entsprechenden Nachrichten produziert. Der chinesische Anbieter Suntech Power Holding schließt einen kleinen Standort in Arizona mit der Begründung, die aus China importierten Solarmodule und Aluminiumrahmen seien aufgrund der Schutzzölle zu teuer geworden. Weniger die Meldung selbst ist dabei interessant, sondern vielmehr die Tatsache, dass der Abbau von 43 Arbeitsplätzen in Arizona weltweit als Pressemeldung verbreitet wird. Und irgendwie scheint auch dazu zu passen, dass das Unternehmen Canadian Solar einen hohen Verlust für das letzte Quartal 2012 meldet, weil erhebliche offene Forderungen gegen einen chinesischen Kunden nicht einzutreiben sind.

Privatkundengeschäft in den USA soll forciert werden

Private Verbraucher sind in den USA nur in vergleichsweise bescheidenem Umfang am Ausbau der Photovoltaik beteiligt. Regional haben sich bereits Finanzierungsmodelle als erfolgreich erwiesen, bei denen die Anbieter die Photovoltaikanlagen ohne Vorauszahlung der Kunden installieren und der Hausbesitzer die Anlage anschließend aus den Einnahmen abzahlt. Mehrere Modulhersteller starten gegenwärtig landesweite Leasingmodelle, die sich an diesen erfolgreichen Pilotprojekten orientieren. Installationsbetriebe können ihren Privatkunden Photovoltaikanlagen ohne Vorauszahlung beziehungsweise gegen eine relativ geringe Vorauszahlung anbieten, ohne dabei selbst finanzielle Risiken einzugehen. Die Modulhersteller treten gegenüber dem Endkunden als Leasinggeber auf und übernehmen so das Inkassorisiko. Möglicherweise wird dieses Modell zukünftig auch in Deutschland Anhänger finden. Bislang sind derartige Programme hier nicht erforderlich. Noch garantiert das EEG den Betreibern sichere Einnahmen, weswegen diese in Normalfall selbst eine Finanzierung finden. Das kann sich ändern, zumal die Regierung schon darüber nachdenkt, mit einem „Stromsoli“ sogar rückwirkend in die laufenden Verträge einzugreifen.