Hoher Photovoltaik Zubau in den USA

Die USA haben im ersten Quartal 2012 einen neuen Rekord beim Zubau von Solarenergie zu verzeichnen. Sowohl die Solarthermie als auch die Photovoltaik gewinnen zunehmend an Bedeutung. Allein im Bereich Photovoltaik betrug der Zubau im ersten Quartal 506 Megawatt, was einen Anstieg um 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Insgesamt stieg die installierte Leistung damit auf mehr als 4,4 Gigawatt. Zusammen mit den mehr als 500 Megawatt Leistung der solarthermischen Kraftwerke verfügen die USA damit nun über eine Gesamtkapazität von knapp fünf Gigawatt an Solarstrom.

Sinkende Modulpreise sorgen für Wachstumsschub

Getrieben wurde dieses Wachstum der Photovoltaik primär durch fallende Preise für Solarmodule. Beliefen sich die Kosten im ersten Quartal 2011 noch auf 1,74 Dollar pro Watt installierter Leistung, so haben sie sich innerhalb eines Jahres nahezu halbiert und lagen im gleichen Zeitraum 2012 bei nur noch 0,94 Dollar. Auch mehrere Förderprogramme haben zum Wachstum der Photovoltaik Branche in den USA beigetragen, wobei die Förderung primär in den Händen der einzelnen Bundesstaaten liegt. Zwar existiert auch ein landesweites Förderprogramm, aber die wesentlichen Wachstumsschübe wurden durch regionale Programme erzielt. So entfielen allein auf den Bundesstaat New Jersey 174 der insgesamt neu installierten 506 Megawatt, womit Kalifornien als Spitzenreiter abgelöst wurde.

Die weiteren Aussichten sind unklar

In diesem Jahr wird der Boom der Photovoltaik noch anhalten. Es kann bereits heute als nahezu sicher gelten, dass 2012 ein neues Rekordjahr werden wird. In den USA spielen Großanlagen nach wie vor eine dominierende Rolle, für zahlreiche weitere Projekte existieren schon verbindliche Verträge und auch Förderzusagen. Allein dieser bereits gesicherte Zubau reicht aus, um für 2012 einen neuen Rekordzubau zu prognostizieren. Längerfristig sind die Aussichten hingegen ein wenig getrübt. Einige wichtige Förderprogramme laufen demnächst aus, die Strafzölle auf chinesische Module werden die Kosten für Neuinstallationen steigen lassen. Die dadurch zumindest vorübergehend sinkenden Renditeerwartungen werden in den USA vermutlich zu einem erheblichen Rückgang des Zubaus führen. Anders als in Deutschland und einigen anderen europäischen Staaten gelten Photovoltaik Anlagen in den USA als eine ausschließlich wirtschaftliche Investition. Dementsprechend weist der Verband der amerikanischen Solarindustrie auch hauptsächlich auf die positive Rolle der Branche bei der Überwindung der Wirtschaftskrise hin – Hinweise auf CO2-Reduktionen interessieren hier nur Randgruppen. Entsprechend nüchtern wird auch die Motivation der Investoren eingeschätzt: Man habe erkannt, dass eine Photovoltaik Anlage eine risikoärmere Investitionsmöglichkeit biete als Börsen und Finanzmärkte. Wenn das wirklich ein wichtiger Grund für das Wachstum sein sollte, müsste die Branche eigentlich in eine blühende Zukunft blicken.