Deutsche Solartechnik überzeugt in Südostasien

Südostasien gehört zu den am schnellsten wachsenden Wirtschaftsregionen der Welt. Noch haben die meisten Staaten das wirtschaftliche Niveau der oft als „Schwellenländer“ titulierten Staaten nicht erreicht, aber der Wohlstand in der Region wächst schnell. Mit ihm wächst auch der Bedarf an Strom. In allen ASEAN-Staaten wird ein rasch wachsender Strombedarf vorhergesagt, in einigen Ländern bis zu 16 Prozent pro Jahr. Viele Länder der Region setzen auf einen deutlichen Ausbau regenerativer Energien. Zwar werden als Begründung stets auch ökologische Aspekte genannt, aber letztlich handelt es sich um eine wirtschaftliche Entscheidung. In Ländern wie beispielsweise Thailand steht die Photovoltaik unmittelbar davor, Strom zu den landesspezifischen Marktpreisen liefern zu können. In anderen Staaten wird das länger dauern, aber auch hier hat man eingesehen, dass Solarstrom mittel- und langfristig billiger sein wird als Strom aus fossilen Energieträgern.

Deutsche Unternehmen erfolgreich

Es mutet ein wenig paradox an, dass deutsche Solarfirmen gegen die chinesische Konkurrenz auf den südostasiatischen Märkten scheinbar besser bestehen können, als sie dies in Deutschland können. Das mag daran liegen, dass deutsche Unternehmen in der Region Komplettpakete anbieten, die weit mehr als nur die Module umfassen. Conergy übernimmt beispielsweise auch die Planung und die Montage der Systeme, offenbar sehr zur Zufriedenheit der Kunden. Der thailändische Partner Yanhee Solar äußert sich geradezu euphorisch und lobt nicht nur die Qualität der Module, sondern auch die präzise Planung und die absolute Termintreue. Ein Schlüssel zum Erfolg mag auch die von Conergy angebotene Ertragsversicherung sein, die für zehn Jahre 90 Prozent der Erträge der Anlage absichert. Offenbar hat man aus den Erfahrungen auf dem deutschen Heimatmarkt gelernt, auf dem die Planungssicherheit aufgrund der Einspeisevergütung die Photovoltaik zum Verkaufsschlager gemacht hat. In Malaysia setzt man nicht nur auf deutsche Technologie und Projektentwicklung, sondern hat auch das deutsche Modell der Einspeisevergütung übernommen. Eine attraktive Einspeisevergütung, ein hoher Strombedarf sowie optimale klimatische Bedingungen lassen das Land als nahezu idealen Photovoltaik Markt erscheinen. Das sieht offenbar auch der deutsche Projektentwickler WIRSOL so, der in Malaysia ein Tochterunternehmen gegründet hat. Vom Standort Kuala Lumpur aus werden Photovoltaik Projekte überall in Südostasien geleitet.

Auch Kleinanlagen sind gefragt

Neben großen Photovoltaik Kraftwerken spielen auch Kleinanlagen in den Planungen der Staaten der Region eine erhebliche Rolle. Die Philippinen planen sogar ein Programm, um eine Millionen kleine Dachanlagen zu installieren. Die Strompreise im Land sind die höchsten der Region, die Photovoltaik gehört auf den Philippinen bereits heute zu den günstigsten Stromlieferanten. Das ehrgeizige Vorhaben ist also durchaus gut begründet. Die Finanzierung regenerativer Energien scheint in der gesamten Region rentabel zu sein. Die Investmentgesellschaft Armstrong South East Asia Clean Energy Fund aus Singapur hat einen Fonds aufgelegt, der primär in kleinere Anlagen mit einer Leistung von bis zu zehn Megawatt investieren soll. Als Gesamtvolumen des Fonds werden rund 120 Millionen Euro angestrebt. Auch das dürften die deutschen Anbieter gerne hören. Kapital für weitere Projekte ist vorhanden!