Chinesische Modulhersteller gründen Solar Energy Promotion Alliance

Die chinesischen Hersteller von Photovoltaik Modulen haben mit der Gründung der „Solar Energy Promotion Alliance“ (SEPA) auf die von den USA festgesetzten Strafzölle reagiert. Auf einer von der chinesischen Handelskammer für den Im- und Export von Maschinen und elektronischen Geräten veranstalteten Pressekonferenz wurde mitgeteilt, dass das primäre Ziel dieser Allianz darin besteht, die Position der beteiligten Unternehmen im Handelsstreit mit den USA zu verdeutlichen. Des Weiteren soll sie SEPA die Außendarstellung der chinesischen Solarindustrie verbessern.

Insgesamt fällt die erste Reaktion Chinas auf die Strafzölle damit recht moderat aus, noch setzt man auf einen Dialog. Gründungsmitglieder der SEPA sind vier große Hersteller, noch in diesem Jahr sollen weitere Mitglieder gewonnen werden. In China dürfte das in der Praxis bedeuten, dass sich binnen kürzester Zeit alle Hersteller in der SEPA zusammenschließen beziehungsweise dort zusammengeschlossen werden. Die erste Mitgliederversammlung soll noch in diesem Jahr stattfinden.

Ist China eine Marktwirtschaft?

Auf diese Frage läuft der Streit zwischen den USA und China letztlich hinaus. Die USA sprechen China den Status einer Marktwirtschaft ab, was für die Beantwortung der Frage nach möglichen illegalen Subventionen entscheidend war. Es überrascht nicht, dass die SEPA daher davon spricht, dass die Dumpingvorwürfe auf einer „unhaltbaren Basis“ erhoben worden seien. Selbstverständlich sei China eine Marktwirtschaft und die amerikanischen Beschlüsse daher lediglich Ausdruck des US-amerikanischen Handelsprotektionismus. Das allerdings klingt nicht danach, als handele es sich bei der SEPA um einen vom Staat unabhängigen Zusammenschluss von Unternehmen. Insbesondere die Wortwahl klingt vertraut.

Strafzölle treffen die Anbieter hart

Die vorläufig festgesetzte Höhe der Strafzölle von 31 bis 250 Prozent könnte die chinesischen Anbieter nahezu vollständig aus dem US-amerikanischen Markt drängen. Die größten Probleme bereiten dabei nicht die amerikanischen Photovoltaik Unternehmen, die das Verfahren mit einer Beschwerde beim Handelsministerium initiiert haben. Konkurrenz droht vielmehr von anderen Energieträgern wie Gas, die in den USA vergleichsweise billig sind. Darauf wies in den USA auch schon ein Interessenverband namens “Coalition for Affordable Solar Energy” hin, der sich gegen die Strafzölle ausgesprochen hat. Es ist längst nicht ausgemacht, dass anstelle der nun nicht mehr aus China importieren Solarmodule solche aus amerikanischer Herstellung zum Einsatz kommen. Das Aus für die billigen Importe aus Fernost könnte auch das weitgehende Aus für die Photovoltaik in den USA bedeuten. Nur in wenigen Bundesstaaten existieren Förderprogramme, die regenerative Energien gegenüber fossilen Energieträgern in ähnlicher Weise privilegieren, wie das in Deutschland geschieht.