140 Millionen Euro Förderung in Italien nicht voll ausgeschöpft

Italien steckt ganz offensichtlich mitten in einer Wirtschaftskrise. Noch vor weniger als einem Jahr wurden Kürzungen der Förderung der Photovoltaik angekündigt, die einem völligen Ausstieg sehr nahe kamen. Dieses Kürzungsprogramm wurde deutlich entschärft, um einen Zusammenbruch des Marktes zu verhindern. Die Fördermittel wurden jedoch strikt begrenzt.

Für Anlagen ab zwölf Kilowatt Leistung wurde eine Registrierungspflicht eingeführt, um diese Fördergrenzen einhalten zu können. Nun zeigt sich, dass die zur Verfügung gestellten Fördermittel bei Weitem nicht vollständig abgerufen wurden. Insbesondere Großanlagen mit einer Leistung ab einem Megawatt werdend derzeit nur selten errichtet.

Erstes Register veröffentlicht

Die Liste der während der ersten Registrierungsphase angemeldeten Solaranlagen ist nun veröffentlicht worden. Sie enthält insgesamt 3620 Anlagen mit einer Gesamtleistung von etwa einem Gigawatt. Nicht offiziell mitgeteilt wurde die Gesamthöhe der damit verbundenen Förderung. Diese lässt sich jedoch relativ genau berechnen, es handelt sich um rund 90 Millionen Euro. Damit wurde der gesamte Förderetat von 140 Millionen Euro längst nicht ausgeschöpft.

Die Förderung läuft dennoch bald aus

Ursprünglich sah das italienische Gesetz vor, dass die Solarförderung eingestellt wird, wenn die gesamte Fördersumme 6 Milliarden Euro erreicht hat. Mit dem Erreichen dieser Grenze wurde der Förderrahmen um 700 Millionen Euro auf 6,7 Milliarden Euro erweitert. Die gesamte seitdem gewährte Förderung ist deutlich höher als die 90 Millionen Euro für die registrierten Anlagen, da zahlreiche Projekte nicht der Registrierungspflicht unterliegen. Dabei handelt es sich zunächst um Kleinanlagen bis 12 Kilowatt. Anlagen mit einer Leistung zwischen 12 und 20 Kilowatt können ohne Registrierung errichtet werden, sofern der Betreiber auf 20 Prozent der Einspeisevergütung verzichtet. Weitere Ausnahmen gelten für besonders innovative Technologien wie die gebäudeintegrierte Photovoltaik oder die Konzentrator Photovoltaik. Auch solche Anlagen können ohne Registrierung errichtet werden. Die dafür gewährte Förderung wird aber dennoch auf die insgesamt bereitgestellten 700 Millionen Euro angerechnet. Insgesamt ist bislang daher bereits ungefähr die Hälfte dieser Mittel ausgegeben worden. Selbst bei optimistischer Schätzung bedeutet die aktuelle Rechtslage daher ein Ende der Förderung spätestens im Jahr 2014.

Net Metering als Alternative

Gegenwärtig beharrt die italienische Regierung noch darauf, das Fördervolumen nicht über 6,7 Milliarden Euro hinaus zu erweitern. Als Alternative bliebe den Anlagenbetreibern das Net Metering, das in Italien möglich ist und auch möglich bleiben soll. Dabei wird der eingespeiste Strom vollständig mit dem bezogenen Strom verrechnet. Bislang ist das für Anlagen mit einer Leistung von bis zu 200 Kilowatt möglich. Diese Grenze soll drastisch angehoben werden, und zwar auf 10 Megawatt. Damit wird das Ziel verfolgt, die Photovoltaik künftig auch für Großverbraucher attraktiv zu gestalten.