TÜV Rheinland nimmt Teststand für Schlagregen in Betrieb

Der TÜV Rheinland hat in der Vergangenheit bereits zahlreiche Testverfahren für Solarmodule entwickelt, um beispielsweise die Widerstandsfähigkeit bei starkem Wind oder hoher Schneelast zu prüfen. Nun wurde ein Teststand in Betrieb genommen, der speziell für gebäudeintegrierte Photovoltaikanlagen konzipiert ist. Geprüft wird die Widerstandsfähigkeit gegen Regen bei unterschiedlichen Wetterbedingungen.

Gebäudeintegrierte Photovoltaik

Der Begriff „Gebäudeintegrierte Photovoltaikanlage“ wird für alle Anlagen verwendet, die quasi nebenbei noch Funktionen übernehmen, die ansonsten von Komponenten des Gebäudes übernommen werden. Wenngleich auch Fassaden oder Vordächer durch Solarmodule ersetzt werden können, finden sich die meisten solcher Anlagen auf dem Dach, wo sie Teile der Dachabdeckung ersetzen. In dem neuen Teststand des TÜV Rheinland werden unterschiedliche Windverhältnisse und Niederschlagsmengen simuliert, um auf diese Weise herauszufinden, ob die Photovoltaik Module als wasserfeste Dacheindeckung taugen. Solche Tests sind in Deutschland noch nicht vorgeschrieben, in anderen europäischen Ländern jedoch sehr wohl. Das mag daran liegen, dass mehrere Länder für gebäudeintegrierte Anlagen eine höhere Förderung gewähren und deswegen klare Kriterien benötigen, um zwischen gebäudeintegrierten und nicht gebäudeintegrierten Modulen und Montagesystemen zu unterscheiden.

Der Neigungswinkel entscheidet

Gebäudeintegrierte Dachanlagen schließen eben mit der umgebenden Dacheindeckung ab. Das hat zur Folge, dass Wasser schlechter abfließt und Schnee schlechter abrutscht als von Modulen, die einige Zentimeter über der Dachhaut installiert sind. Systeme zur Indachmontage schreiben daher meist minimale Neigungswinkel des Dachs vor, die größer sind als für Aufdachmontagen. Der TÜV untersucht die Wasserfestigkeit der gebäudeintegrierten Systeme bei Neigungswinkeln von 15, 30 und 45 Grad. Als härtester Test wird sich vermutlich das langsam über das Dach abfließende Wasser bei einem geringen Neigungswinkel von 15 Grad erweisen.

Das Problem der Hinterlüftung

Das Grundproblem der gebäudeintegrierten Photovoltaik besteht in der Hinterlüftung der Solarmodule. Auf der Unterseite muss eine freie Luftzirkulation gewährleistet sein, um eine Überhitzung der Module zu verhindern, die zu erheblichen Leistungseinbußen führt. Daher ist es nicht möglich, das Dach unter den Modulen einfach mit einem Blech oder einer Folie abzuschließen und eintretendes Wasser abzuleiten. Es ist also zwingend erforderlich, dass die Fugen an der Außenseite absolut dicht sind, weil keine zweite Barriere gegen eintretendes Wasser existiert.

Bildquelle: TÜV Rheinland