Solarenergie: Forschung in der Schweiz

In Neuenburg in der Schweiz hat am 01. Januar 2013 ein neues Forschungszentrum für Photovoltaik seinen Betrieb aufgenommen. Organisatorisch ist dieser neue Forschungsschwerpunkt dem bestehenden Zentrum für Elektronik und Mikrotechnik zugeordnet. Diese formale Zuordnung spiegelt auch die inhaltliche Ausrichtung wieder. Neben der Verbesserung der Module gehören auch ein verbesserter Technologietransfer und eine Anpassung der Stromnetze an den stetig wachsenden Anteil von Strom aus Solarenergie zu den Forschungsschwerpunkten.

Das neue Forschungszentrum ist Bestandteil einer langfristigen Solarstrategie der Schweiz. Die Planungen begannen bereits im Jahr 2010, also bevor die Schweiz sich zum Atomausstieg entschloss.

Zwei Stoßrichtungen

Das neue Forschungszentrum soll sehr praxisnah arbeiten, womit offenbar Lehren aus den Erfahrungen gezogen werden, die in den letzten Jahren in zahlreichen Ländern gesammelt wurden. Vor allem in Deutschland, Großbritannien und den USA wurden in den letzten Jahren zahlreiche wissenschaftliche Forschungsergebnisse veröffentlicht, die den Siegeszug der asiatischen Konkurrenz jedoch nicht einmal bremsen, geschweige den stoppen konnten. Im Kern ging es dabei immer darum, mit hohem wissenschaftlichem Aufwand geringe Steigerungen des Wirkungsgrades der Solarmodule zu erzielen. Die damit praktisch erzielbaren Vorteile waren zu gering, um die Kostennachteile gegenüber der Massenproduktion in Niedriglohnländern kompensieren zu können. Das funktioniert nur in Branchen, in denen das Herstellerlogo auf dem Produkt zugleich ein Statussymbol ist. Deswegen konzentriert sich das neue Forschungszentrum in der Schweiz auf Innovationen, die schnell in der industriellen Produktion berücksichtigt werden können. Erklärtes Ziel ist es, die eigenen Hersteller in einem von Massenproduktion geprägten Markt zu unterstützen. Die zweite Stoßrichtung der Forschung ist die bessere Integration der Photovoltaik in die nationale Stromversorgung. Auch hier hat man möglicherweise aus deutschen Erfahrungen gelernt. Keines der wirklich gravierenden Probleme der Energiewende wäre gelöst, wenn plötzlich über Nacht alle Solarmodule zwei oder drei Prozent mehr Strom erzeugten.

Kooperationspartner aus allen Bereichen

Angestrebt wird eine enge Zusammenarbeit mit externen Partnern. Dazu zählen nicht nur die Forschungseinrichtungen und Hochschulen. Gefragt sind beispielsweise auch die Erfahrungen von Unternehmen aus dem Maschinenbau auf den Gebieten Fertigung und Qualitätssicherung. Auch Architekten sollen eingebunden werden, um die Perspektive derer nicht aus den Augen zu verlieren, die am Ende die Anlagen in Gebäude integrieren sollen. Eingebunden werden sollen schließlich auch Installationsbetriebe und Anbieter von Photovoltaik-Komplettsystemen. Offenbar meint man es ernst mit dem Ansatz, sich auf Dinge zu konzentrieren, für die sich tatsächlich Käufer finden lassen.