Photovoltaikanlage auf der Zugspitze

Europäische Hersteller von Photovoltaik Modulen versuchen verstärkt, sich von der Billigkonkurrenz aus China als Premium Anbieter abzugrenzen. Im Rahmen dieser Strategie betreibt die „aleo solar AG“ eine Photovoltaikanlage auf der Zugspitze. Das Ziel dieses Projekts besteht darin, die Funktionstüchtigkeit der Module unter extremen äußeren Bedingungen zu demonstrieren. Bei der auf Deutschlands höchstem Berg installierten Anlage handelt es sich um eine Kombination aus einer Dach- und einer Fassadenanlage. Die Nennleistung dieser Anlage beträgt 12,76 Kilowatt. Die Stromausbeute der Fassadenanlage ist bemerkenswert: In einem Jahr erzeugte diese PV-Anlage 1.283 Kilowattstunden pro Kilowattpeak. Selbst für die effizienteren Dachanlagen beträgt der bundesweite Durchschnitt nur 1.050 Kilowattstunden, Fassadenanlagen erreichen im Schnitt nicht einmal 700 Kilowattstunden. Eine gelungene Demonstration des Herstellers, der sich bewusst als Anbieter von Photovoltaik Modulen für extreme Umgebungen positioniert. Auch für den Einsatz in Küstenregionen hat er seine Module entsprechenden Härtetests unterzogen.

Photovoltaik im Hochgebirge

Die Wahl der Zugspitze als Installationsort für diese Photovoltaikanlage erfolgte offensichtlich auch unter Marketinggesichtspunkten – Deutschlands höchster Gipfel eignet sich hervorragend für einen medienwirksamen Test unter buchstäblich „härtesten“ Bedingungen. Ansonsten hätten sich sicherlich auch alternative Standorte mit geringeren Installationskosten finden lassen. Grundsätzlich ist das Hochgebirge jedoch als Standort für Solaranlagen durchaus geeignet. Der wichtigste Grund dafür liegt auf der Hand: Über den Wolken gibt es einfach sehr viel mehr Sonnenstunden. Aber auch an sonnigen Tagen erreichen Anlagen im Flachland nicht die Leistung hoch gelegener Anlagen, weil Dunstschichten in der unteren Atmosphäre Teile des Sonnenlichts absorbieren. Private Dachanlagen in der Schweiz weisen bereits bei wenigen hundert Metern Höhenunterschied signifikante Leistungsunterschiede auf.

Auch andere Projekte in der Planung

Die offenkundigen Standortvorteile hoher Lagen haben auch das Interesse anderer Unternehmen geweckt. In der Schweiz wird gegenwärtig mit PV-Anlagen experimentiert, die in Lawinenverbauungen integriert sind. Für diese in Höhen zwischen 1.800 und 2.500 Metern installierten Anlagen wird mit einem um 50 Prozent höheren Stromertrag gerechnet. Bei diesem Experiment handelt es sich bislang noch um eine technische Machbarkeitsstudie. Es liegt in der Natur der Sache, dass Lawinenverbauungen im Winter extremen Belastungen ausgesetzt sind. Getestet werden soll auch, ob die Bevölkerung die glitzernden Module in den Gebirgslandschaften akzeptiert. Noch mehr Pioniergeist beweist Serbien: Ohne über Erfahrungen mit größeren Solarkraftwerken in vergleichsweise unproblematischen Lagen zu verfügen, baut man hier gleich das erste Solarkraftwerk des Landes mit einer Leistung von fünf Megawatt im Gebirge.

Bildquelle: aleo solar AG

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