Photovoltaik Module: Neuer Weltrekord

Das Unternehmen Amonix meldet, einen neuen Rekordwirkungsgrad für CPV-Module (Concentrator Photovoltaics) erreicht zu haben. Unter den Standard-Testbedingungen, die eine Sonneneinstrahlung von 1000 Watt pro Quadratmeter und eine Modultemperatur von 25 Grad vorsehen, wurde ein Wirkungsgrad von 35,9 Prozent erreicht. Bemerkenswert ist, dass dieser Weltrekord nicht unter Laborbedingungen erzielt wurde, sondern mit einer Freiflächenanlage.

Das kalifornische Unternehmen hat sich schon länger auf die Konzentrator Photovoltaik spezialisiert. Im Frühjahr 2012 wurde ein Wirkungsgrad von 33 Prozent erreicht, damals ebenfalls ein Weltrekord. Seitdem hat Amonix den eigenen Rekord mehrfach verbessert. Weitere Verbesserungen des Weltrekords sind bereits für die nahe Zukunft geplant. Zu diesem Zweck kooperiert Amonix mit Modulherstellern, die spezielle Module für die Konzentrator Photovoltaik entwickeln. Herkömmliche Module sind nicht für die sehr hohe Einstrahlung auf einer extrem kleinen Fläche optimiert, die für die CPV typisch ist.

Weltrekord oder kein Weltrekord?

Im Juni 2013 meldete Sharp ebenfalls einen neuen Weltrekord für Konzentrator Solarzellen. Nach Angaben des Unternehmens wurde mit einer Dreifachzelle ein Wirkungsgrad von 44,4 Prozent erzielt, also nochmals ein deutlich höherer Wert als der von Amonix gemeldete. Dieser Rekord wurde jedoch unter Laborbedingungen erzielt, auch die Testbedingungen entsprachen nicht denen der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC). Insofern ist die von Amonix gemeldete Rekordmarke in jedem Fall praxisnäher, der Wert kann recht gut mit den üblicherweise für Solaranlagen angegebenen Wirkungsgraden im Praxisbetrieb verglichen werden. Nicht zutreffend ist allerdings die von Amonix aufgestellte Behauptung, es handele sich um den höchsten jemals von unabhängiger Seite bestätigten Wert. Richtig ist, dass die Messung im Fall Amonix vom National Renewable Energy Laboratory (NREL) durchgeführt wurde. Der von Sharp gemeldete Wirkungsgrad wurde jedoch ebenfalls extern bestätigt, und zwar vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme.

Konzentrator Photovoltaik

Das primäre Ziel diese Technologie ist die Senkung der Kosten. Das Licht wird auf kleine Flächen konzentriert, weswegen auch nur kleine Halbleiter benötigt werden. Das reduziert die Materialkosten erheblich, insbesondere wenn mehrschichtige Tandemmodule eingesetzt werden, wie das beim Weltrekord von Sharp der Fall war. Die CPV scheint daher tatsächlich geeignet, die Kosten pro Watt deutlich zu senken. Allerdings ist der Einsatz auf Regionen mit einem hohen Anteil direkter Sonneneinstrahlung beschränkt. Mit diffusem Licht, wie es in Deutschland oft vorkommt, können CPV-Module wenig anfangen.

Neuen Kommentar schreiben