Erster Schindler Solaraufzug erfolgreich in Betrieb

Das Unternehmen Schindler zählt zu den größten Anbietern von Aufzügen und Rolltreppen. In Barcelona hat das Unternehmen jetzt einen Aufzug mit Solarantrieb in Betrieb genommen, um die Praxistauglichkeit dieser Idee zu testen.

Speicher sind erforderlich

Aufzüge weisen ein Lastprofil auf, das nicht optimal zur Photovoltaik passt. Solange sie still stehen, ist der Stromverbrauch minimal. Im Betrieb ist die Leistungsaufnahme recht hoch. Für einen Aufzug mit einer Transportkapazität von sechs Personen ist eine Leistung von etwa acht Kilowatt typisch, größere Aufzüge oder Lastaufzüge benötigen bisweilen mehr als die doppelte Leistung. Das sind zwar durchaus noch Leistungsbereiche, die größere Dachanlagen auch in Echtzeit liefern können, aber in der Praxis kommt selbstverständlich nur ein Betrieb mit zwischengeschalteten Stromspeichern in Betracht. Kurzfristige Leistungsschwankungen der Solarmodule spielen dann keine Rolle, außerdem kann der Strom für andere Aufgaben genutzt werden, wenn der Aufzug nicht oder nur wenig benutzt wird.

Nach Angaben des Herstellers reicht die Leistung der im Pilotprojekt in Barcelona installierten Photovoltaikanlage, um den Strombedarf des Aufzugs nicht nur an sonnigen Sommertagen zu decken. Insgesamt soll rund die Hälfte des jährlichen Stromverbrauchs des Aufzugs von der Solaranlage geliefert werden. Das Unternehmen Schindler arbeitet schon seit vielen Jahren an der Verringerung des Stromverbrauchs von Aufzügen, der solar angetriebene Aufzug ist nicht die erste diesbezügliche Innovation. Schon im Jahr 1999 war das Unternehmen beispielsweise an der Entwicklung eines Systems beteiligt, mit dem die beim Bremsen eines Aufzugs freigesetzte Energie nutzbar gemacht werden kann.

Eine effiziente Lösung?

Einen erheblichen Teil des Stroms aus einer Photovoltaikanlage zu beziehen, ist sicherlich eine gute Idee. Diskutiert werden kann allenfalls, ob der Solarstrom im Gebäude nicht noch effizienter eingesetzt werden könnte. Der Stromverbrauch von Aufzügen unterliegt extremen kurzfristigen Schwankungen. Nicht nur zwischen Fahrt und Stillstand liegen Welten, auch während der Fahrt treten in den Beschleunigungsphasen hohe Lastspitzen auf. Die Effizienz von Batteriespeichern leidet unter solchen Schwankungen, eine aufwändige Leistungssteuerung ist erforderlich. Betrachtet man das Problem aus anderer Perspektive und fragt, wozu der Strom aus einer Photovoltaikanlage in einem großen Gebäude genutzt werden sollte, wäre der Aufzug nicht die erste Wahl. In Betracht kämen eher Komponenten der Klima- und Lüftungssysteme, die tagsüber ein recht gleichmäßiges Lastprofil aufweisen. Oder auch Geräte, deren Einsatz zeitlich flexibel gesteuert werden kann.

Bildquelle: Schindler Deutschland GmbH