Diebstahlschutz von Photovoltaik-Modulen

Die Stadtwerke Senftenberg schützen ihre Photovoltaikanlage mit einer Markierungstechnik vor Diebstahl. Ziel der Maßnahme ist es, die Module im Falle eines Diebstahls eindeutig der Anlage zuordnen zu können und sie so für Diebe unattraktiv zu machen.

Das Verfahren

Das in Senftenberg eingesetzte Verfahren basiert auf künstlicher DNA (SDNA). Zum Einsatz kommen spezielle Lacke, in denen als Markierung Molekülketten enthalten sind, die mittels eines DNA-Tests ausgelesen werden können. Werden so markierte Module gestohlen und später irgendwo aufgefunden, kann die Herkunft eindeutig bestimmt werden. Kombiniert wird dies häufig mit dem Einsatz so genannter Microdots. Dabei handelt es sich um kleine Platten von etwa einem Zehntel Millimeter Größe, auf denen Markierungen angebracht werden, die unter dem Mikroskop ausgelesen werden können. Ein wenig irreführend ist, dass sich der Terminus „künstliche DNA“ als Oberbegriff für derartige mikroskopische Markierungsverfahren eingebürgert hat und auch für solche Systeme verwendet wird, die keine DNA-Sequenzen enthalten. Ein Nachteil des Verfahren besteht darin, dass es zwar die Untersuchung eines konkreten verdächtigen Gegenstands ermöglicht, aber keine großflächige Suche nach möglichem Diebesgut. Daher wird an Weiterentwicklungen gearbeitet. Zu diesen Weiterentwicklungen gehören Markierungen, die unter UV-Licht sichtbar werden. Auch die Beimischung von Substanzen wird erprobt, nach denen mittels Spürhunden gesucht werden kann. Auf diese Weise könnten ganze Lager oder Schrottplätze relativ schnell durchsucht werden.

Ein größer werdendes Problem

Betreiber von Freiflächenanlagen melden in letzter Zeit zunehmend Diebstähle. Gestohlen werden nicht nur die Solarmodule, sondern auch Wechselrichter. Diebe sind längst nicht immer an den gestohlenen Objekten selbst interessiert, sondern oft nur an dem enthaltenen Metall. Mit diesem Problem haben auch die Bahn und die Telekom zu kämpfen, deren Kabel ebenfalls immer häufiger gestohlen werden. Gleiches gilt für Gullydeckel und andere schwere Metallgegenstände. Die Stadt Düsseldorf musste beim Rheinhochwasser im letzten Winter sogar die mobilen Schutzwände von einem Sicherheitsdienst bewachen lassen, da sie regelmäßig entwendet wurden. Auch die Bahn, die Telekom und einige Städte setzen inzwischen mikroskopische Markierungen ein. Bislang konnte in Deutschland allerdings noch kein Fall mit dieser Technik aufgeklärt werden.

Alternative Schutzmaßnahmen für Photovoltaikanlagen

Herkömmliche Diebstahlsicherungen basieren meist darauf, die Demontage zu erschweren. Meist geschieht das, indem Schrauben unbrauchbar gemacht werden. Teilweise werden die Schraubenköpfe nach der Montage komplett entfernt oder ein Innensechskant wird gerundet, damit kein Inbusschlüssel mehr greift. Möglich ist auch, die Schraubvertiefungen mit Gießharz auszufüllen. Der Nachteil dieser Methoden besteht darin, dass sie auch die reguläre Demontage der Module erschweren, wenn beispielsweise ein Modul ausgetauscht werden muss.