Weniger als 100 Megawatt Photovoltaik-Zubau im Februar

Im Februar betrug der Photovoltaik-Zubau nach Angaben der Bundesnetzagentur knapp 99 Megawatt. Damit sank der Zubau erstmals seit Oktober 2014 wieder unter 100 Megawatt. Besonders stark fiel der Rückgang im Bereich der Freiflächenanlagen mit einer Leistung zwischen einem und zehn Megawatt aus. Die offiziellen Zahlen der Netzagentur weisen lediglich zehn solcher Anlagen aus, von denen drei sogar bereits früher in Betrieb gingen und erst im Februar nachgemeldet wurden. Damit zeichnet sich bereits frühzeitig ab, dass der angestrebte Zubaukorridor von 2,4 bis 2,6 Gigawatt auch in diesem Jahr nicht erreicht wird. Bereits 2014 wurde diese Zielmarke mit einem Gesamtzubau von rund 1,9 Gigawatt deutlich verfehlt.

Monatliche Degression bleibt bei 0,25 Prozent

Die Bundesnetzagentur hat auch die monatliche Degression der Einspeisevergütung für das zweite Quartal 2015 veröffentlicht. Demnach wird die Einspeisevergütung für Neuanlagen in den Monaten April bis Juni um jeweils 0,25 Prozent sinken. Das überrascht ein wenig, denn eigentlich soll der Mechanismus der automatischen Anpassung der Degression dazu dienen, Abweichungen vom Zielkorridor entgegenzuwirken. Wird der Zielkorridor unterschritten, müsste die Einspeisevergütung also steigen. Dass sie stattdessen weiter sinkt, hat mehrere Gründe.

Merkwürdige Gesetze, merkwürdige Umsetzung

Der wichtigste Grund für das weitere Absinken der Einspeisevergütung liegt im EEG selbst. Das Gesetz nennt zwar ausdrücklich als Ziel, einem Absinken des Zubaus unter den Zielkorridor von 2,4 bis 2,6 Gigawatt durch eine Erhöhung der Vergütung gegenzusteuern. Konkret festgelegt wurde allerdings, dass die monatliche Degression erst ausgesetzt wird, wenn der jährliche Zubau unter 1,5 Gigawatt fällt. Eine Erhöhung der Vergütung findet sogar erst statt, wenn die Grenze von einem Gigawatt unterschritten wird. Hier passen Verpackung und Inhalt des EEG offensichtlich nicht zusammen. Erschwerend kommt hinzu, dass es sich die Bundesnetzagentur sehr einfach macht und die Berechnung auf Grundlage der monatlichen Meldungen vornimmt. Dies wir nicht einmal korrigiert, wenn offensichtlich ist, dass der vermeintlich neue Zubau in Wahrheit schon vor Monaten oder gar vor mehr als einem Jahr stattgefunden hat. In einem weitgehend konstanten Markt wäre diese Ungenauigkeit nicht allzu dramatisch. Der genaue Monat der Inbetriebnahme wäre relativ belanglos. Bricht der Markt aber schnell ein, wird dieser Einbruch durch die nachgeholten Meldungen in den Statistiken teilweise maskiert. Ein weiterer Fehler im System besteht darin, dass die Degression anhand der Zubauzahlen der letzten zwölf Monate berechnet wird. Das funktioniert aber nur dann, wenn nicht ständig kurzfristig ins System eingegriffen wird. Mit der Novelle des EEG am 01. August 2014 brach der monatliche Zubau dramatisch ein. Es ergibt daher keinen Sinn, die Monate bis Juli 2014 in die Prognose des zukünftigen Zubaus einzubeziehen.

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