Solarstrom erstmals billiger als Windenergie

Die Einspeisevergütung für Solarstrom unterliegt einer monatlichen Degression, während für Strom aus Windkraftanlagen während des gesamten Jahres derselbe Vergütungssatz gilt. Das führt dazu, dass im Mai 2014 die Vergütung für Solarstrom erstmals niedriger ist als für Windkraftanlagen an Land. Gegenwärtig beträgt die Einspeisevergütung für Solarstrom 9,1 Cent pro Kilowattstunde, während Betreiber von Windrädern 9,13 Cent erhalten. Darin ist der so genannte Systemdienstleistungsbonus von 0,47 Cent pro Kilowattstunde enthalten. Im Laufe des Jahres wird die Differenz monatlich anwachsen.

Offshore Windenergie ist deutlich teurer

Werden die Offshore Windparks in den Vergleich einbezogen, vergrößert sich die Differenz nochmals. Die Kosten für Windstrom auf See liegen gegenwärtig bei etwa 14 Cent pro Kilowattstunde. Dies ist allerdings ein sehr theoretischer Wert, der nicht berücksichtigt, dass ein Teil des Offshore Stroms wegen der fehlenden Netzanbindung überhaupt nicht eingespeist wird. Für Offshore Windparks wurde - anders als für Photovoltaikanlagen und Windräder an Land - kein jährlicher Zubaukorridor festgelegt. Angestrebt werden insgesamt 15 Gigawatt bis 2030. Unumstritten sind die Zubaupläne für Offshore Windparks nicht, weil sie nicht mit dem Ziel der EEG-Reform vereinbar sind, vorrangig die billigsten Technologien zu fördern. Kritiker bemängeln insbesondere, dass damit eine Technologie stark gefördert wird, die aufgrund der erforderlichen Investitionen nur für Großkonzerne interessant ist. Es gibt allerdings auch objektive Gründe, Windräder zumindest teilweise auf See zu installieren. Zunächst sind hier die Windverhältnisse besser, und zwar in doppelter Hinsicht: Erstens gibt es auf See mehr Starkwindtage pro Jahr und zweitens sind die kurzfristigen Schwankungen geringer, weswegen die Einspeisung besser planbar ist. Hinzu kommt, dass in einigen Regionen die von den Anwohnern akzeptierte Anzahl von Windrädern an Land mittlerweile erreicht ist. Auf See stören Windräder einfach weniger.

Langfristige Kosten derzeit noch nicht vergleichbar

Zurück zum Vergleich der Onshore Windkraft mit der Solarenergie: Ein längerfristiger Vergleich der volkswirtschaftlichen Kosten ist derzeit kaum möglich. Die Preise für Solarmodule sind aufgrund der asiatischen Konkurrenz bereits auf Dumpingniveau angekommen, die Einsparpotentiale bei den Herstellern von Windrädern werden daher höher eingeschätzt. Um bis zu 30 Prozent könnten die Herstellungskosten nach gegenwärtigen Schätzungen in den nächsten Jahren sinken, das wird die Photovoltaik kaum erreichen können. Aus Sicht der Politik wird sicher auch eine Rolle spielen, dass Deutschland im Bereich Windenergie zu den technologischen Weltmarktführern und damit auch zu den großen Exporteuren gehört, während Solarmodule mehrheitlich importiert werden. Anders ausgedrückt. Subventionen der Windenergie stoßen mehr Investitionen im eigenen Land an. Der volkswirtschaftliche Kostenvergleich berücksichtigt darüber hinaus auch, dass Windradhersteller und ihre Arbeitnehmer ihre Steuern in Deutschland statt in China zahlen.

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