Photovoltaik bleibt auch in Zukunft interessant

Die Zukunft des deutschen Solarmarktes ist Thema einer gegenwärtig in Berlin stattfindenden Konferenz. Thematisiert werden auch die Folgen der Änderungen des Erneuerbare Energien Gesetzes, insbesondere der Kürzungen der Solarförderung. Wenngleich der Bundesrat die Novelle des EEG zunächst gestoppt und den Vermittlungsausschuss angerufen hat, geht die Branche offenbar davon aus, dass es zu deutlichen Kürzungen der Förderung kommen wird.

Die Branche in Abwehrstellung

Die politischen Diskussionen der letzten Wochen haben Wirkung gezeigt. Zunächst kam aus Reihen der FDP die Forderung, angesichts des Scheiterns der EEG-Novelle im Bundesrat kompromisslos noch härtere Kürzungen vorzunehmen, da die Länder ohnehin nicht kompromissbereit seien. Kurz darauf wurde anlässlich des Wechsels im Amt des Bundesumweltministers in der Regierungskoalition darüber diskutiert, den Zeitplan der Energiewende zu strecken und beispielsweise Atomkraftwerke länger am Netz zu belassen. Offenbar sieht sich die Photovoltaik Branche dadurch in die Defensive gedrängt und ändert daher ihre Strategie. Die Novelle des EEG wird nicht mehr ernstlich infrage gestellt, man müsse sich halt vom EEG in der bisherigen Form verabschieden. Die neue Marschrichtung lautet, alles abzuwehren, was über den bisherigen Gesetzentwurf hinausgeht. Einer der wesentlichen Kritikpunkte an diesem Entwurf lautete bisher, dass auch die durch Übergangsfristen entschärfte Version den Vertrauensschutz der Investoren missachte. Auch in diesem Punkt verlegt die Branche ihre Verteidigungsstellung spürbar nach hinten: Nur noch alle über den ursprünglichen Entwurf hinausgehenden Kürzungen verstoßen nach neuer Lesart gegen den Vertrauensschutz. Auch in Sachen Öffentlichkeitsarbeit geht es gegenwärtig primär um die Richtigstellung von Falschmeldungen – oder dem, was die Branche für Falschmeldungen hält. Die Meldungen über knapp verhinderte Zusammenbrüche des Stromnetzes seien falsch und auch mit dem erheblichen Bedarf an neuen Stromleitungen habe die Photovoltaik nichts zu tun. Darüber ließe sich ausgiebig diskutieren. In der Tat haben die 4000 Kilometer neu zu bauende Stromtrassen mit den unzähligen kleinen Dachanlagen wenig zu tun – aber sehr viel mit den ihretwegen abgeschalteten Kraftwerken. Zum Thema Kosten wurde auch erneut darauf verwiesen, dass der Solarstrom in den Mittagsstunden die Preise an der Strombörse erheblich drückt. Manchmal sind Niedrigpreise aufgrund hoher Subventionen also auch den Modulherstellern eine Erfolgsmeldung wert.

Photovoltaik Anlagen bleiben rentabel

Mut machen dürfte der Branche, dass Photovoltaik Anlagen auch unter den geänderten Förderbedingungen rentabel bleiben. Das haben jetzt auch die Verbraucherzentralen nochmals bestätigt. Weder die Kürzung der Einspeisevergütung noch die vorgesehene Begrenzung der Förderung auf 80 Prozent des erzeugten Stroms ändern daran etwas. Sinkende Anschaffungskosten und steigende Strompreise kompensieren diese Kürzungen zumindest teilweise. Allerdings gilt das nur noch für Dächer in günstiger Lage. Einspeisevergütungen, bei denen sich eine Photovoltaik Anlage auf nahezu jedem Dach rechnet, gehören wohl endgültig der Vergangenheit an.