Österreich: Photovoltaik-Einspeisevergütung sinkt 2015 leicht

Das österreichische Ministerium für Wirtschaft und Energie hat für das nächste Jahr eine leichte Senkung der Einspeisevergütung für Solarstrom angekündigt. Pro Kilowattstunde erhalten die Betreiber ab 2015 eine Vergütung von 11,5 Cent, was einer Absenkung um acht Prozent entspricht. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Förderung von Photovoltaikanlagen in Österreich aus zwei Komponenten besteht.

Neben der Tarifförderung, die weitgehend der deutschen Einspeisevergütung entspricht, wird auch eine einmalige Investitionszulage für die Installation der Anlage gewährt. Diese beläuft sich auf 30 Prozent der Investitionssumme, ist aber auf 200 Euro pro Kilowatt Nennleistung beschränkt. Die Investitionszulage ist nicht von der Absenkung der Förderung betroffen, weswegen die Gesamtförderung einer Anlage um deutlich weniger als acht Prozent sinkt. Beide Förderungen zusammen entsprechen einer effektiven Einspeisevergütung von rund 13,7 Cent pro Kilowattstunde.

Deckelung des Budgets

Begründet wird die Senkung der Tarifförderung damit, dass der Ausbau der Photovoltaik beschleunigt werden soll. Nach deutschem Recht klingt das merkwürdig, nach österreichischem Recht ergibt es aber durchaus Sinn. Anders als in Deutschland ist die Gesamtförderung der Photovoltaik in Österreich gesetzlich beschränkt, insgesamt stehen jährlich 8 Millionen Euro zur Verfügung. Aus diesem Grund muss die Förderung vor der Installation einer Anlage beantragt werden. Durch die Absenkung der Einspeisevergütung können mehr Anträge bewilligt werden. Die Regierung geht offenbar davon aus, dass auch nach der Absenkung der Förderung genügen Anträge gestellt werden, um das Fördervolumen voll auszuschöpfen. Unberechtigt ist diese Hoffnung nicht, denn die Investitionskosten sind stärker gesunken als die Förderung.

Erfolgreiche Förderpolitik

Das österreichische Modell hat sich bewährt. In den letzten Jahren hat sich der Zubau deutlich beschleunigt. Während der jährliche Zubau bis einschließlich 2010 unter 50 Megawatt lag, konnte er bis 2013 mit 250 Megawatt mehr als verfünffacht werden. Dieser Zuwachs ist umso bemerkenswerter, da die Investitionszulage im selben Zeitraum von 1300 auf 300 Euro pro Kilowatt sank. Im Jahr 2008 lag sie sogar noch bei 2800 Euro. Ob der Zubau weiter so stark steigen wird, ist indes nicht absehbar. Der Boom des Jahres 2013 war auch darauf zurückzuführen, dass der Deckel der Förderung sprunghaft von 2,1 Millionen Euro auf 8 Millionen Euro angehoben wurde. Durch diese Maßnahme wurde der Stau von Altanträgen abgearbeitet, der sich über Jahre gebildet hatte. Es bleibt daher abzuwarten, auf welchem Niveau sich der jährliche Zubau einpendeln wird, wenn die Altanträge abgearbeitet sind.

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