Geschlossene Mülldeponie als Photovoltaikpark nutzen

 

Erst gestern informierten wir euch über Einigung bei der Photovoltaikförderung. Nach langen und hitzigen Diskussionen um die Einspeisevergütung kam es nun zu einer Einigung. Kleinere Anlagen erhalten rückwirkend zum April eine Einspeisevergütung von 18,5 Cent. Dies betrifft Anlagen von 10 bis 40 Kilowatt. Bei allen anderen Anlagen bleibt die Kürzung der Vergütung wie gehabt.

Seit einigen Tagen wird auf einer geschlossenen Mülldeponie zwischen Burlafingen und Pfuhl eine Photovoltaik-Anlage montiert, die zu einem späteren Zeitpunkt ca. 200 Haushalte mit Strom versorgen kann. Die Anlage soll dann eine Jahresleistung von 700.000 Kilowattstunden erbringen. Ab Samstag den 30. Juni soll diese dann einspeisebereit sein.

Photovoltaik-Anlage einspeisebereit aber noch nicht aktiv

Interessant ist nun, dass die Anlage selbst zwar ab Samstag einspeisebereit ist, aber erst im Juli oder August ans Netz gehen kann. Der Trafo für die Netzanbindung ist noch nicht gebaut. Warum soll die Anlage dann schon am 30. Juni einspeisebereit sein? Die Einspeisevergütung sinkt nach dem 30. Juni um 15%. Somit erhalten die Betreiber der Anlage noch die alte Vergütung von 22,32 Cent von den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm. Dies ist auch der Anteil, den die Stadtwerke den Endverbrauchern in Rechnung stellen.

Die Photovoltaik-Anlage bedeckt mit 11.500 Quadratmetern rund zwei Drittel der gesamten Mülldeponie. Von der höchsten Erhebung kann in 30km Entfernung das Kernkraftwerk Gundremmingen gesichtet werden. Die dort erzeugte Energie genügt um 30% des gesamten Bedarfs von Bayern abzudecken. Soweit reicht natürlich die Anlagenkapazität auf der Mülldeponie nicht aus. Dafür ist sie die zweitgrößte Anlage im Landkreis.

Weitere Energieerzeuger auf der Deponie

Doch diese Anlage ist nicht die einzige Anlage auf der Deponie. Beim Vergären des Mülls wird aus dem entstehenden Gas Strom erzeugt. Mit der dortigen Menge werden aktuell über 900.000 Kilowattstunden produziert. Somit ist die Mülldeponie in der Lage über 500 Haushalte dauerhaft mit Strom zu versorgen.