FDP fordert ein Quotenmodell zur Förderung der erneuerbaren Energien

Die FDP schlägt vor, die Förderung des Solarstroms über das EEG zu stoppen und stattdessen auf ein Quotenmodell zu setzen. In einem solchen Quotenmodell würden Stromlieferanten verpflichtet, ihren Kunden einen vorgeschriebenen Mindestanteil an Strom aus erneuerbaren Energien zu liefern. Es bliebe den Stromkonzernen überlassen, woher sie diesen Strom beziehen. Auf diese Weise würde innerhalb des Strommarktes ein Teilmarkt für regenerative Energien entstehen, dem insgesamt eine Mindestabnahmequote garantiert wird. Innerhalb dieses Marktsegments sollen sich nach den Vorstellungen der FDP diejenigen Anbieter durchsetzen, die eine möglichst große Versorgungssicherheit zu möglichst niedrigen Kosten bieten. SPD und Grüne haben dieses Modell umgehend zurückgewiesen. Es bedeute nichts anderes als das Scheitern der Energiewende und treibe darüber hinaus die Kosten regenerativer Energien in die Höhe.

Ein marktwirtschaftliches Biotop

Das Quotenmodell verfolgt das Ziel, die regenerativen Energien den üblichen Marktgesetzen zu unterwerfen und sie so in den allgemeinen Strommarkt zu integrieren. Das könnte vielleicht funktionieren, wenn der Strommarkt selbst tatsächlich den üblichen Marktgesetzen unterläge. Genau das tut er aber definitiv nicht. Letztlich soll also ein marktwirtschaftliches Biotop in einer Umgebung geschaffen werden, die längst nicht mehr den Regeln eines freien Marktes folgt. Als Abnehmer stünde den Produzenten grünen Stroms kein breit gefächerter Markt gegenüber, sondern im Wesentlichen vier Stromgiganten, die diesen Markt untereinander aufteilen. Warum sollten diese sich für den billigsten Anbieter regenerativer Energien entscheiden? Höhere Kosten können sie dank ihrer monopolähnlichen Marktstellung ungehindert auf die Kunden umlegen. Viel näher liegt es aus deren Perspektive also, den alternativen Strom in eigenen Großanlagen zu erzeugen und so ihre Marktposition auszubauen. Dem kleinen Anbieter hilft es dann nicht, möglicherweise billiger und besser zu sein.

Schlechte Erfahrungen

Die internationalen Erfahrungen mit Quotenmodellen sind nicht gut. Investoren werden von der Aussicht abgeschreckt, nach Fertigstellung des Projekts vom Wohlwollen weniger potenzieller Abnehmer abhängig zu sein und möglicherweise auf ihrem Strom sitzen zu bleiben. Großbritannien hat beispielsweise genau diese Erfahrung gemacht. Die fehlende Investitionssicherheit führte zu einem Einbruch der Investitionen, der Zubau kam nahezu zum Erliegen. Als Reaktion darauf wurden private Kleinanlagen vom Quotenmodell ausgenommen. Um zumindest den Hausbesitzern wieder die erforderliche Investitionssicherheit zu geben, wurde für private Dachanlagen eine feste Vergütung nach dem Vorbild der Einspeisevergütung eingeführt. Im Ergebnis fand nur noch in diesem Marktsegment ein nennenswerter Zubau statt. Weil aber Strom aus Kleinanlagen teurer als Strom aus großen Solarkraftwerken ist, ist grüner Strom in Großbritannien teurer als in anderen Ländern. Unberechtigt ist die Befürchtung also nicht, ausgerechnet das vermeintlich besonders marktwirtschaftliche Quotenmodell könne zu einem weiteren Anstieg der Strompreise führen.