Bund verstärkt Förderung der Photovoltaik Forschung um 50 Millionen Euro

Rund 50 Millionen Euro wird die Bundesregierung zusätzlich für Forschungsvorhaben im Bereich Photovoltaik zur Verfügung stellen. Finanziert wird dieses Projekt aus den Etats des Umweltministeriums sowie des Ministeriums für Bildung und Forschung. Gefördert werden sollen anwendungsnahe Verbundprojekte, also Kooperationen zwischen Unternehmen, Forschungsinstituten und Hochschulen.

Exportmärkte im Fokus

Ganz schlüssig wirkt das Konzept zunächst nicht, einerseits auf eine Verlangsamung des inländischen Zubaus zu setzen und andererseits die Forschung weiter zu intensivieren. Der scheinbare Widerspruch löst sich jedoch schnell auf, denn die Initiative der Bundesregierung dient primär der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Solarwirtschaft auf dem Weltmarkt. Dementsprechend stehen Kostensenkungen im Vordergrund. Die Produktionsabläufe sollen effektiver gestaltet werden und wo immer möglich sollen preiswertere Materialien zum Einsatz kommen. Darüber hinaus sollen die Lebensdauer der Module verlängert und die unvermeidlichen Leistungseinbußen minimiert werden, die alle Module im Laufe der Zeit erleiden. Bemerkenswert ist auch, was nicht als vorrangiges Ziel des Forschungsprogramms genannt wird: Die Verbesserung des Wirkungsgrads der Photovoltaik Module. Damit ist auf dem Weltmarkt nicht viel zu gewinnen. In den letzten Jahren berichteten zahlreiche Institute und Universitäten, mit innovativen Techniken mehr oder minder deutliche Steigerungen des Wirkungsgrads erreicht zu haben. Wirklich tauglich für die Massenproduktion war davon nichts, der Aufwand stand in keinem wirtschaftlich vernünftigen Verhältnis zum Mehrertrag. Was übrigens den Forschern nicht vorgeworfen werden sollte, denn Grundlagenforschung ist immer langfristig orientiert. China hat den Weltmarkt nicht mit innovativen Produkten erobert, sondern mit preiswerter Massenproduktion. Dies ist die Herausforderung, der es sich zu stellen gilt.

Nachvollziehbare Zielsetzungen

Die Ausrichtung des Forschungsprojekts erscheint nachvollziehbar. Kunden irgendwo auf der Welt, die einfach nur Solarmodule möglichst billig kaufen wollen, sind für deutsche Hersteller aufgrund der Kostennachteile kaum erreichbar. Deutsche Anbieter kommen international zum Zug, wenn Komplettlösungen gefragt sind. Schlüsselfertige Systeme zur Stromversorgung also, die beispielsweise Stromspeicher beinhalten sowie eine intelligente Kopplung an Diesel- oder sonstige Generatoren, die nachts und bei ungünstigen Wetterbedingungen automatisch einspringen. Auch das Energiemanagement wird zunehmend zu einem wichtigen Thema, also die intelligente Steuerung der Stromverbraucher. In diesen Bereichen sollen neue Lösungen entwickelt werden. Mit den Solarmodulen selbst hat die Initiative nur wenig zu tun. International vermarktbar sind offenbar nur solche Innovationen, die sich nicht nur in Ökobilanzen, sondern primär in wirtschaftlichen Bilanzen auszahlen. Dazu zählen eine längere Lebensdauer der Module und ein geringerer Wartungsaufwand. Eigentlich ist das eine gute Nachricht. Weltweit wird die Photovoltaik nicht mehr als ökologisches Prestigeprojekt wahrgenommen, sondern als billige Stromversorgung. Das eröffnet neue Chancen, die mit den jetzt angestoßenen Forschungsvorhaben genutzt werden sollen.