50 Prozent der Erneuerbaren Energien in der Direktvermarktung

Die Direktvermarktung von Strom aus erneuerbaren Energien hat sich als Erfolgsmodell erwiesen. Die erst Anfang 2012 eingeführte Marktprämie wird von den Anlagenbetreibern offenbar gut angenommen, inzwischen wird die Hälfte des Ökostroms unter Verzicht auf die Einspeisevergütung direkt vermarktet.

Die Marktprämie hat ihre Ziele erreicht

Wer sich für die Direktvermarktung seines Stroms an der Strombörse entscheidet, erzielt dabei nur Verkaufserlöse, die deutlich unter der Einspeisevergütung liegen. Die Marktprämie dient dem Zweck, diese Mindereinnahmen zu kompensieren. Wer seinen Strom zum Durchschnittspreis im jeweiligen Monat verkauft, erhält als Summe aus Verkaufserlös und Marktprämie exakt den Betrag, den er auch über die Einspeisevergütung erhielte. Wer es schafft, seinen Strom in Zeiten hoher Nachfrage teurer zu verkaufen, kann die Differenz als Gewinn verbuchen. Besonders lukrativ ist dieses Modell für Biomasseanlagen, die frei regelbar sind und darüber hinaus auch Brennstoffkosten verursachen. Hier lohnt es sich, die Anlagen zu drosseln, wenn aufgrund eines hohen Angebots die Strompreise sehr niedrig sind. Exakt dieses marktwirtschaftliche Verhalten sollte mit der Einführung der Marktprämie gefördert werden. Dies ist gelungen. Als am 16 Juni die Strompreise kurzzeitig extrem sanken, wurde die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien durch die Anlagenbesitzer um 3.2 Gigawatt heruntergefahren. Wer für jede Kilowattstunde eine feste Einspeisevergütung erhält, hat keinen Grund, die Stromerzeugung zu drosseln. Diese Selbstregulierung des Strommarkts ist daher offensichtlich ein Erfolg der Marktprämie.

Auch der Eigenverbrauch steigt

Die sinkende Einspeisevergütung führt dazu, dass auch bei Photovoltaikanlagen die einfache Rechnung „je mehr Leistung, desto besser“ nicht mehr aufgeht. Hohe Renditen sind heute primär durch einen hohen Eigenverbrauch zu erzielen. Der Eigenverbrauch kann durch drei Maßnahmen gesteigert werden: eine intelligente Steuerung der Stromverbraucher durch ein modernes Energiemanagement, der Einsatz von Stromspeichern und eine optimale Dimensionierung der Anlage. Installationsbetriebe berichten, dass alle drei Punkte bei Neuanlagen eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Der Eigenverbrauch konnte für neue Photovoltaikanlagen so auf durchschnittlich ein Drittel gesteigert werden. Auch dies trägt maßgeblich dazu bei, die bedarfsunabhängige Einspeisung von Ökostrom deutlich zu reduzieren und so das Problem der Netzstabilität zu entschärfen.

Die Steuerungsmechanismen greifen

Jahrelang bestand eines der größten Probleme des EEG darin, dass es für Anlagenbetreiber aus subjektiver Sicht wirtschaftlich optimal war, zu jedem Zeitpunkt so viel Strom wie möglich einzuspeisen. Die Folge war ein zweiteiliges Überangebot an Strom, das zusätzliche Kosten verursachte. Durch eine Kombination aus einer Förderung des Eigenverbrauchs, zusätzlichen Anreizen zur Direktvermarktung und einer Absenkung der Einspeisevergütung ist es gelungen, die Produktion von Ökostrom bedarfsgerechter zu steuern.

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